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Der politische Kommentar G8: Ein Versuch der gescheitert ist
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23:07 18.06.2012

Die Idee dahinter zeigt: G8 war ein Versuch - und er ist gescheitert. Das einzugestehen ist für die Politik sicher schwer, aber umso wichtiger. Denn die Leidtragenden sind allein die Schüler: Stundenpläne mit zum Teil mehr als 36 Wochenstunden, dazu Hausaufgaben und Klausurvorbereitungen, führen dazu, dass schon Schüler „Vollzeit“ arbeiten. Zeit für Hobbys wie Sport und Musik bleibt kaum noch, viele Schüler klagen über Stress und Überlastung. Die Lehrpläne wurden kaum an die verkürzte Schulzeit angepasst - und nicht nur die schwächeren Schüler bleiben dabei auf der Strecke.

Erste Rückmeldungen der Universitäten auch aus anderen Bundesländern deuten darauf hin, dass die Studierfähigkeit der Erstsemester durch die Umstellung gelitten hat. Kein Wunder: 17-Jährige dürfen noch nicht allein Auto fahren, keinen Schnaps kaufen, keine Wohnung mieten und sich nicht nach 24 Uhr in Kneipen und Discos aufhalten. Aber studieren sollen sie? Auch die Möglichkeit, nach dem Abi ein Jahr mit Work and Travel oder als Au Pair zu verbringen, scheitert bei vielen an der Minderjährigkeit.

Schon durch den Bachelor ist alles auf einen früheren Berufseinstiegs und eine längere Lebensarbeitszeit ausgerichtet: Abitur nach acht Jahren, Bachelor in drei Jahren, Uni-Abschluss mit Anfang 20. Dabei wird oft vergessen, dass gerade die Zeit zwischen 17 und Anfang 20 enorm wichtig ist für die Persönlichkeitsentwicklung. Zugespitzt bedeutet das: Auch Partys gehören zum Abitur und Studium. Wer diese Zeit ausschließlich mit Lernen verbringt, wird früh ins Berufsleben einsteigen - dafür aber genervt, verbittert und sozial inkompetent sein - und spätestens mit Mitte 30 total ausgebrannt.

von Maren Schultz