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Ein Kampf auf verlorenem Posten

Afghanistan Ein Kampf auf verlorenem Posten

Erst das Video, in dem US-Soldaten auf Leichen afghanischer Kämpfer urinierten. Dann das unbekümmerte Koran-Verbrennen in einem Müllofen. Und nun das Massaker unter Zivilisten, die meisten von ihnen Kinder.

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Die größte Gefahr für die internationale Schutztruppe in Afghanistan geht inzwischen von der größten Schutzmacht aus, den USA.

Als die Isaf-Truppen ins Land kamen, waren sie mit offenen Armen empfangen worden. Jetzt dürfte der entscheidende Kampf um die Herzen der Menschen wohl endgültig verloren sein.

Es ist kein Zufall, dass dieses Debakel vor allem auf das Konto der Amerikaner geht. Sie gebärden sich als respektlos-arrogante Supermacht. Dazu kommt der Hang zur gewaltsamen Konfliktlösung, der zum Mythos dieser Waffen-vernarrten Nation gehört. Das Ergebnis ist eine tiefe Wut jener Menschen, die doch eigentlich befreit werden sollen. Kein Wunder, dass nun die Taliban als Befreier gelten.

Bei diesem Befund ist es eigentlich egal, ob der Isaf-Einsatz mit Beteiligung der Bundeswehr 2014 endet oder später. Der Kampf ist verloren. Die westlichen Truppen und die afghanische Bevölkerung werden keine Verbündeten mehr. Und weil viele das Gebaren einiger verrohter Soldaten mit westlicher Kultur und Demokratie gleichsetzen, kämpfen auch die Wohlmeinenden auf verlorenem Posten.

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Afghanistan

Der US-Soldat, der am Sonntag 16 Afghanen bei Kandahar tötete, soll ein Einzeltäter sein. Bisher gibt es an dieser Darstellung im amerikanischen Verteidigungsministerium keine Zweifel. Unklar ist allerdings, ob der Amokläufer aus einem umstrittenen Truppenteil stammt, der bereits vor zwei Jahren durch eine Mordserie für Aufsehen sorgte.

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