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Die ersten Bilder

Von der Leyen Die ersten Bilder

Ursula von der Leyen wolle Bilder erzeugen, hieß es in den vergangenen Tagen immer wieder. Richtig ist: Die neue deutsche Verteidigungsministerin ist eine ungewöhnlich ehrgeizige Politikerin.

Aber sie ist auch ungewöhnlich fleißig, diszipliniert und konzentriert. Schon kurz nach ihrem Amtsantritt in Berlin hat sie jetzt am Hindukusch ein mehrtägiges Programm absolviert, das ihr viel abverlangte und auch eine Menge politischer Fettnäpfchen bereit hielt. Sie ist in keines hineingetappt. Das ist nicht selbstverständlich in einem Milieu, das ihr bisher keineswegs vertraut ist. Im Gespräch, so schilderten es Soldaten, wirkte sie menschlich wärmer als ihre männlichen Amtsvorgänger.

Die Freude über die schönen ersten Bilder im neuen Amt dürfen allerdings den Blick auf die kommenden Aufgaben nicht verstellen. Zu deren Bewältigung muss substanziell gearbeitet werden, da genügt keine geglückte Inszenierung.

Die kommenden Probleme reichen von der teuren Beschaffung neuer Waffensysteme bis hin zur grundsätzlichen Definition der künftigen Rolle der Bundeswehr in Nato und EU. Erst nach einigen Jahren wird sich zeigen, ob die selbstbewusste Frau ein politisches Schwergewicht ist und ein schwieriges, aber für Deutschlands Zukunft sehr wichtiges Ministerium führen kann.

Vor allem kommt es darauf an, dass von der Leyen ihre Arbeit nicht allein auf eigene Karrierepläne ausrichtet. In Afghanistan hat sie ein gutes erstes Signal gesetzt, indem sie die privaten Sorgen vieler Soldaten in den Mittelpunkt rückte. Wenn die Bundeswehr kein attraktiver Arbeitgeber ist, wird sie die gut ausgebildeten, verantwortungsbewussten Soldaten, die sie braucht, nicht bekommen.

von Klaus von der Brelie

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