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Der politische Kommentar Die Problemzonen eines Parteitags
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22:33 20.04.2018
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Der Wiesbadener Parteitag hat jede Menge Problemzonen, die erste und wohl wichtigste heißt SPD. Die Partei unternimmt seit dem Debakel um den glücklosen Martin Schulz und die vergeigte Bundestagswahl jetzt mit Andrea Nahles den Versuch, sich aus eigener Kraft aus dem tiefen Tal der Tränen wieder in die Ebene hochzuarbeiten.

Die zweite Problemzone für die offenbar zu allem entschlossene Andrea Nahles heißt Simone Lange. Wäre ja auch nicht wirklich sozialdemokratisch, wenn die Kür der neuen Chefin so ganz ohne Gegenwind über die Bühne ginge. Die Kampfkandidatur der Flensburger Oberbürgermeisterin wird nach allem Ermessen dafür sorgen, dass Nahles nicht mit einem ähnlich surreal hohen Ergebnis inthronisiert wird wie im vergangenen Jahr Schulz. Das wird dem innerparteilichen Gefüge vermutlich gut tun, womit wir bei der dritten Problemzone wären: den Flügelkämpfen innerhalb der deutschen Sozialdemokratie. Wirklich gelöst wird dieses Problem indes in Wiesbaden nicht - egal, ob nun 60 oder 80 Prozent der Parteitagsdelegierten für Andrea Nahles stimmen. Links von der großkoalitionstauglichen Mitte wird bei den Genossinnen und Genossen auch künftig noch ordentlich Platz bleiben. Dafür, dass der mit Inhalten gefüllt wird, wollen Aufsteiger wie der neue Nahles-Fan Kevin Kühnert sorgen.

Der Zank und Zwist der Partei-Ideologen wird bei der SPD sicher auch künftig nicht weniger laut ausgetragen. Doch man muss sich gar nicht so sehr Sorgen darum machen, dass die SPD der Ära Nahles es irgendwie schaffen wird, sich ein Profil zu geben, mit dem Parteibasis und Parteispitze gleichermaßen leben und arbeiten können. Aber wie viel von diesem heraufbeschworenen neuen konsensfähigen sozialdemokratischen Geist wird bei Wähle­rinnen und Wählern ankommen? Gibt es einen nachhaltigen „Nahles-Effekt“? Noch so eine der Problemzonen.

von Carsten Beckmann

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