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Bittere Pille mit Schluckzwang

Arbeitsplätze am Klinikum Bittere Pille mit Schluckzwang

Der Pharmariese Merck hat in dieser Woche vorexerziert, wie’s gemacht wird: Dividende rauf, Personalkosten runter.

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Wer diese Art von Unternehmenspolitik noch unter dem Begriff der sozialen Marktwirtschaft verbucht, ist entweder Satiriker, orthodoxer Wirtschaftsliberaler oder Aktionär. Vor diesem Hintergrund können die Beschäftigten des Universitätsklinikums in Marburg und Gießen kaum darauf setzen, dass die Rhön Klinikum AG in Mittelhessen alle Jobs erhalten wird, nur weil das Unternehmen von der Landesregierung dazu gedrungen wurde, von der hässlichen Zahl „500“ abzurücken. Vielmehr steht zu befürchten, dass in allen Berufsgruppen am Klinikum so lange nach Einspareffekten gesucht wird, bis eine auf jeden Fall dreistellige Zahl wegfallender Stellen unter dem Strich steht.

Schon jetzt werden dem Betriebsrat zufolge befristete Verträge nicht oder nur mit zeitlicher Verzögerung besetzt. Schon jetzt, so hieß es gestern im Landtag, müssen an den Kliniken Arbeitsgruppen „Effizienzprobleme“ aufspüren. All das deutet auf den dicken Dreh an der Personalkostenschraube hin. Die Position der Landesregierung ist zu schwach, als dass sie wirklich Einfluss auf diese Entwicklung nehmen könnte. Die Pillen von Merck muss niemand schlucken – es gibt Wettbewerbsprodukte. Doch Marburgern wie Gießenern wird eine ganz bittere Pille zwangsverabreicht: Die Qualität der wohnortnahen medizinischen Versorgung in zwei Hochleistungskliniken steht zur Disposition.

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