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Der politische Kommentar Autobauer in der Sackgasse
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23:04 13.07.2017

Als der Diesel-Skandal bei Volkswagen aufflog, hofften Optimisten noch, dass nur ein Konzern die Behörden und Autokäufer so übel betrogen hätte. Eine Software sorgte dafür, dass elf Millionen VW-Dieselfahrzeuge nur auf dem Prüfstand vorbildliche Schadstoffwerte erreichten. Sonst verpesteten sie die Umwelt mit gesundheitsschädlichen Stickstoffoxiden. Konnten wirklich mehrere Autobauer so kriminell gehandelt haben? Inzwischen scheint klar: Volkswagen war nicht das einzige schwarze Schaf. Die Frage ist eher, welches Schaf in der Branche noch weiß ist.

Auch Daimler steht am Pranger, das Unternehmen, dessen Tradition bis zu den Erfindern des Automobils reicht. Der Verdacht: Der schwäbische Autohersteller soll illegale Abschalteinrichtungen bei mehr als einer Million Fahrzeugen eingesetzt haben. Trifft dies zu, hat Daimler auf dieselbe Weise betrogen wie VW.

Dass nicht nur deutsche Hersteller im Visier der Ermittler sind, ist wenig tröstlich. Denn VW, Daimler und Co. haben nicht nur einen Imageschaden erlitten. Sie haben aufs falsche Pferd gesetzt, indem sie behaupteten, der Dieselmotor sei sauber.

Das fällt ihnen nun ausge­rechnet in einer Zeit auf die Füße, in der die weltweite Auto­industrie sich auf den Weg in die Zukunft macht. Der E-Auto-Pionier Tesla will auf dem Massenmarkt durchstarten, Volvo setzt konsequent auf Elektromotoren. Die deutsche Industrie hört die Botschaft, allein ihr fehlt der Glaube. So wehrt sich der Branchenverband VDA in China mit Händen und Füßen gegen eine Elektroauto-Quote.

Einzelne Manager und Ingenieure haben VW, Daimler und Co. in die Sackgasse manövriert. Mitschuldig ist das Kraftfahrtbundesamt, das Qualität „Made in Germany“ nicht streng genug überwacht hat - und damit letztlich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Gelingt es den Autobauern nicht, umzusteuern, dann wird der gesamte Wirtschaftsstandort darunter leiden: Arbeitnehmer, Zulieferer, Aktionäre und Kunden.

von Stefan Dietrich