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Auf dem richtigen Gleis

Bahn Auf dem richtigen Gleis

Die Bahn wird gern gescholten. Wenn im Sommer in einem ICE die Klimaanlage ausfällt oder im Winter vereiste Weichen Züge zum Stehen bringen, bewegt das die halbe Nation.

Weil viele tagtäglich und wohl fast alle zumindest hin und wieder mit dem Staatskonzern unterwegs sind, prasselt die Kritik, sobald etwas nicht klappt. Dies zeugt wohl auch von einer breiten Verbundenheit mit der Bahn. Sie ist schon ein ganz besonderes Unternehmen.

Nun wird es in einem Betrieb dieser Größenordnung, der über 800000 Personenzugfahrten im Monat abwickelt, immer mal Pannen und Missstände geben. Das kann schon wegen des hochbelasteten Schienennetzes nicht anders sein. Wer viel Kritik einstecken muss, hat jedoch Lob verdient, wenn es gut läuft. Das tut es bei der DB.

Sie hat sich von der einstigen Behörden-Bimmelbahn in tiefroten Zahlen so weit entfernt wie ein ICE vom Dampfzeitalter. Die erfolgreiche Halbjahresbilanz zeigt genauso, wie gut es war, den abenteuerlichen Börsengang abzublasen. Es war ein Irrweg, die Bahn auf Rendite zu trimmen, koste es, was es wolle. Die Berliner S-Bahn hat sich davon bis heute nicht erholt. In Personal und Material ist das Geld besser investiert als in Renditeversprechen. Nur so entsteht die Qualität, die dann auch die Kundschaft honoriert. Noch besser käme die Bahn voran, wenn auch der Alleineigentümer Bund seine Dividendenansprüche zurückschrauben würde.

von Arnold Petersen

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