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Der politische Kommentar Auf dem Weg aus der Teilzeitfalle
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22:26 17.04.2018
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Immerhin baut es eine Brücke zurück in Vollzeitarbeit für viele, die künftig ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren wollen - zum Beispiel, um mehr Zeit für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu haben. Sie erhöht damit vor allem Karrierechancen und Rentenansprüche vieler Mütter und macht Teilzeitarbeit auch für viele Väter attraktiver. Aber eben nur für viele, nicht für alle.

Denn in Betrieben bis 45 Mitarbeiter soll es gar keinen Anspruch auf befristete Teilzeit geben, in Unternehmen bis 200 Mitarbeiter nur für einen von 15 Beschäftigten. Damit wird ein großer Teil der Arbeitnehmer ausgeschlossen. Das ist nicht, wie Arbeitsminister Heil behauptet, ein „fairer Kompromiss“. Es ist vielmehr inkonsequent. Der Anspruch auf unbefristete Teilzeit besteht nämlich bereits in Betrieben ab 15 Mitarbeitern, der auf Elternzeit sogar in allen Betrieben. Wenn der Gesetzgeber Firmen in solchen Fällen zumutet, eine Vertretungsregelung zu finden, kann er es auch beim Anspruch auf befristete Teilzeit tun. Das ist selbstverständlich ein „schwerwiegender Eingriff in die betriebliche Gestaltung der Arbeitsabläufe und die unternehmerische Freiheit“, wie der Arbeitgeberverband BDA kritisiert. Und das ist gut so, denn sämtliche Arbeitnehmerrechte greifen in die unternehmerische Freiheit ein.

Auch der BDA wird noch begreifen, dass die befristete Teilzeit angesichts des Fachkräftemangels ein Gewinn ist. Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf hilft nicht nur Kindern, Pflegebedürftigen und Berufstätigen. Auch Unternehmen können dadurch Fachkräfte halten und weiter qualifizieren. Deshalb wird die gesetzliche Regelung, die die Tür einen Spalt breit öffnet, nur der Anfang sein.

Ein deutliches Zeichen ist, dass die IG Metall schon vor einem entsprechenden Gesetz in Tarifverhandlungen ein Recht auf befristete Teilzeit durchgesetzt hat. Andere werden folgen. Das Recht auf befristete Teilzeit wird Eingang in viele Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträge finden. Die Teilzeitfalle ist zwar noch nicht beendet, wie Nahles behauptet. Aber ihr Ende ist absehbar.

von Stefan Dietrich

Die Katze war ja nun einmal aus dem Sack, und insofern macht James Comey jetzt nichts anderes, als sein Buch zu bewerben. Der frühere FBI-Direktor lässt darin kaum eine Verbalinjurie gegen den US-Präsidenten aus, doch Donald Trump wäre nicht Donald Trump, zahlte er es dem Schmähschriftsteller nicht mit gleicher Münze heim. Die wüsten Beschimpfungen flogen hin und her, und das wird vermutlich auch so weitergehen nach jenem Interview, das Comey dem Sender ABC News gab. So hält man sich im Gespräch, so wird das Buch zum Bestseller.

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05.04.2018
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