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Welche Förderung brauchen Familien?

OP fragt - Kandidaten antworten Welche Förderung brauchen Familien?

Die Wahlkreiskandidaten beantworten Fragen der OP zur Bundestagswahl. Diesmal geht es um die Unterstützung die Familien zuteil wird - oder zuteil werden sollte.

Sören Bartol (SPD): An erster Stelle steht für mich, Kinderarmut zu vermeiden. Die SPD hat erreicht, dass Kinder von Sozialhilfe- und ALG-II-Beziehern im Alter von 6 bis 13 Jahren 35 Euro mehr im Monat haben. Dazu kommt jedes Jahr ein Schulmittelpaket von 100 Euro. Mein Ziel sind Kinderregelsätze, die sich besser am besonderen Bedarf von Kindern orientieren. Der beste Schutz vor Armut allerdings sind existenzsichernde Jobs der Eltern! Eltern, besonders Alleinerziehende, brauchen deshalb qualifizierte Teilzeitarbeit, Mindestlöhne und verlässliche Kinderbetreuung. Ab 2013 wird jedes Kind ab ein Jahr einen Betreuungsanspruch haben. Jetzt geht es um bessere Qualität, mehr Ganztagsangebote und Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Uni. Gleiche Bildungschancen sind für mich der Schlüssel, um (Bildungs-)Armut nicht von Generation zu Generation weiterzugeben! Höhere Einkommen sollen mit einem Bildungssoli dazu beitragen.Familien brauchen ein kinderfreundliches Umfeld und Arbeitsplätze, die Zeit für Kinder lassen, aber auch für die Pflege von Angehörigen. Deswegen will die SPD das Elterngeld weiterentwickeln und 10 Tage bezahlte Freistellung bei akuter Pflegebedürftigkeit von Angehörigen einführen. In der Familie gilt: Jeder steht für den anderen ein. Diese Solidarität verdienen Familien auch von der Gesellschaft.

Jörg Behlen (FDP): Zuerst: Die Familie ist ein höchst effizientes Netzwerk gegenseitiger Hilfe und Solidarität. Eltern sorgen für ihre Kinder und die erwachsenen Kinder sorgen für ihre pflegebedürftigen Eltern. Soweit zur Theorie. Eine moderne Gesellschaft verlässt Jahrhunderte alte Traditionen aus wirtschaftlichen Zwängen. Daraus erwachsen erhebliche sozialpolitische Verwerfungen, die nur zum Teil durch die Politik repariert werden können. Die frühkindliche Betreuung muss weiter verbessert und ausgebaut werden. Alleinerziehende können kaum Arbeit aufnehmen, oder stehen täglich vor herausfordernden Organisationsproblemen. Was bei einem Mehrgenerationenhaushalt oder der "Omi um die Ecke" noch problemlos war, wirft ohne Familienverbund fast unlösbare Probleme auf. Die Entscheidung für eigene Kinder ist keine Frage von zwölf Monaten Elterngeld. Frauen wollen nach Ausbildung oder Studium Kinderwunsch und Beruf vereinbaren können. Das muss der Bund durch finanzielle Entlastung der Kommunen noch stärker fördern. Durch einen Kinderfreibetrag von 8 004 Euro für jedes Kind wird die Entscheidung für unsere Zukunft durch Kinder auch im Steuerrecht gewürdigt.
Für unsere Kinder muss die Neuverschuldung endlich beendet werden. Unsere Kinder müssen die Zinsen zahlen- das ist eine schwere Hypothek.

Stefan Heck (CDU): Ziel von Familienpolitik ist es, dafür zu sorgen, dass sich mehr junge Menschen für Kinder entscheiden.Der Staat muss auf Angebote statt auf Bevormundung setzen: Eltern sollen selbst entscheiden, wie sie ihre Kinder erziehen. Für Kinder unter drei Jahren wird bis 2013 ein bedarfsgerechtes Angebot geschaffen. Danach gilt ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Besonders wichtig ist mir, dass Eltern, die keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen, ab 2013 ein monatliches Betreuungsgeld erhalten.Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss weiter verbessert werden. Wir brauchen familiengerechte Arbeitsplätze und nicht arbeitsgerechte Familien. Dazu gibt es unterschiedliche Wege: Familienbedingte Teilzeit, abgestufte Teilzeit nach Erziehungsfreistellung, Kinder-Bonuszeit, Zeitkonten usw. Die bisher dominierende starre Ausrichtung der Arbeitswelt auf Vollzeitstrukturen lässt zu wenig Raum, die berufliche Entwicklung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen voranzubringen.Kinder zu haben darf nicht zu Benachteiligungen führen: Sobald sich finanzielle Spielräume ergeben, muss im Sinne eines realen Familiensplittings die steuerliche Berücksichtigung von Kindern auf 8 004 Euro, also dem für Erwachsene geltenden Grundfreibetrag, angehoben werden.

Matthias Knoche (Die Grünen): 1. Eine gute Familienförderung beginnt in den Kindertagesstätten. Mit dem flächendeckenden Ausbau einer hochwertigen Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur wollen wir Kinder individuell fördern und Eltern entlasten. Marburg und der Landkreis gehören bereits heute zu den Spitzenreitern in Hessen.2. Unsere Kinder sind dem Staat unterschiedlich viel wert - Besserverdienende bekommen für ihre Kinder mehr als niedrigere Einkommensgruppen: über steuerliche Freibeträge bis zu 900 Euro im Jahr. Durch eine kluge Bündelung von Geldleistungen zu einer neuen Kindergrundsicherung stellen wir das Kind in den Mittelpunkt und entlasten Familien mit mittleren und unteren Einkommen.3. Kinderarmut ist Familienarmut. Daher müssen die Hartz-IV-Regelsätze auf 420 Euro angehoben werden. Neu ist, dass wir eigenständige Regelsätze für Kinder einführen wollen. Zur Bildungsgerechtigkeit gehört, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien Mittagessen, Lernmittel und Schultransport kostenlos erhalten.4. Der beste Schutz vor Familienarmut bleibt die Erwerbstätigkeit beider Eltern. Wir GRÜNEN setzen daher auf eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Kinderbetreuung, betriebliche Förderung), eine kluge Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik (Mindestlohn, Progressivmodell) und auf die Kindergrundsicherung, die präventiv gegen Kinderarmut wirkt.

Henning Köster (Die Linke): Eltern, auch alleinerziehende, brauchen bessere Regelungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit dem Elterngeld von CDU/SPD werden reiche Eltern nach der Geburt ihres Kindes abgesichert, während Studierende, Arbeitslose, gering verdienende Eltern schlechter als bisher dastehen. Familien brauchen soziale Absicherung: kostenlose öffentliche Kinderbetreuung, flexible Öffnungszeiten für Berufstätige, besser ausgebildete und bezahlte Erzieherinnen, mehr Kindergeld, bedarfsorientierten Kinderzuschlag (je 200 Euro), sofortige deutliche Anhebung der Kinderregelsätze bei Hartz IV, bedarfsorientierte Kindergrundsicherung. Mehr betriebliche Rechte: Rückkehr nach der Elternzeit auf gleichwertigem Arbeitsplatz im Elterngeldgesetz ausdrücklich verankern, Ausweitung des besonderen Kündigungsschutzes bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres des Kindes, Programm zur Förderung von Berufsrückkehrern. Die ständige Ausweitung der Ladenöffnungszeiten ist familienfeindlich. Statt Ehegattensplitting steuerliche Förderung der tatsächlichen Kosten im Zusammeleben mit Kindern. Im Übrigen: Alle Menschen, die füreinander soziale Verantwortung übernehmen brauchen gesellschaftliche und finanzielle Unterstützung , also auch: Partnerschaften ohne Trauschein, homosexuelle Eltern, Alleinerziehende, Patchworkfamilien.

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