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Wahl lokal Schüler wählen Bartol und Grün-Rot
Mehr OP extra Bundestagswahl 2009 Wahl lokal Schüler wählen Bartol und Grün-Rot
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23:49 18.09.2009
Stimmabgabe unter freiem Himmel: Schülerinnen und Schüler der Elisabethschule bei der U18-Wahl. Quelle: Matthias Mayer

Marburg. Vorläufig ist das Ergebnis nur, weil ein Wahlhelfer samt Schlüssel für eine Urne mit 30 Stimmzetteln Inhalt vorzeitig verschwunden war. Die Nachzählung wird keinen Einfluss auf das Endergebnis haben. Das ist eindeutig und hat es in sich.

Von 2.163 Wählerinnen und Wähler, die sich in Marburg an dem bundesweiten U18-Votum beteiligten, entschieden sich 912 mit der Erststimme für den SPD-Wahlkreis-Kandidaten Sören Bartol. Mit deutlichem Abstand folgten Matthias Knoche (Die Grünen, 664), Stefan Heck (CDU, 297), Henning Köster (Die Linke, 176), Jörg Behlen (FDP, 114) und Manuel Mann (NPD, 3). Noch spektakulärer fiel das Zweitstimmergebnis aus. Die Grünen (601 Stimmen) siegten vor der SPD (404) und der Piratenpartei (274), die die CDU (217) auf Rang vier verwies. Die Linke bekam 178 Stimmen. Die Tierschutzpartei landete mit 160 Stimmen vor der FDP (128). Bundesweit zeichnete sich am Abend ein Dreikampf zwischen SPD (20,49), Grünen (20,13) und CDU (19,09 Prozent) ab. Es folgten Die Linke (10,55), die Piraten (8,84) und die FDP (7,54).

In Marburg hatten die „Löwenherzen“ ihren Mitschülerinnen und Mitschülern die Teilnahme an der U18-Wahl ermöglicht. Sie betreuten das stationäre Wahllokal im Haus der Jugend und die sechs mobilen Wahllokale vor der Schulen, durch die sie ohne große Wartezeiten die Wählern schleusten.

Die meisten Schüler kamen zum ersten Mal mit einer geheimen Wahl in Berührung. Deshalb ergab sich die Frage: Wie wählt man eigentlich richtig? So gab's von den freundlichen Pfadfinderinnen und Pfadfindern mit der Ausgabe des Stimmzettels gleich die mündliche Gebrauchsanleitung dazu: „Reingehen, auswählen, zusammenfalten, einwerfen, fertig.“

In ihren Abläufen kam die U18-Wahl der Bundestagswahl sehr nahe. Die Pfadfinder gaben als „Wahlvorstand“ die Stimmzettel für Erst- und Zweitstimme aus. Abweichung vom Original: Bei der Auflistung der Wahlkreis-Bewerber um die Erststimme wurde der NPD-Kandidat Manuel Mann vergessen.

Dafür hatte der Wählernachwuchs bei der Zweitstimme die Wahl zwischen allen zwölf in Hessen antretenden Parteien. Auch die auf den Anhängern ausgebauten Wahlkabinen vermittelten richtiges Wahlflair. Sie stammten ebenso aus dem Fundus der Stadt Marburg wie die durch Schlösser vor Manipulationen gesicherten Wahlurnen.

von Matthias Mayer