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11:41 15.09.2009
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OP: Wer hat das TV-Duell gewonnen?
Sören Bartol: Für mich ist völlig klar, dass Frank-Walter Steinmeier das TV-Duell gewonnen hat.
Stefan Heck: Die Bundeskanzlerin hat das TV-Duell gewonnen.
OP: Woran machen Sie die Vorteile für Ihren Spitzenkandidaten, Ihre Spitzenkandidatin konkret fest?
Sören Bartol: Frank-Walter Steinmeier ist es gelungen, die Themen deutlich zu machen, die uns von der CDU unterscheiden. Dagegen ist Angela Merkel - wie immer - inhaltlich ausgewichen. Sie hat überhaupt keine Themen gebracht.
Stefan Heck: Angela Merkel war glaubwürdig, kompetent und schlagfertig. Insbesondere hat sie Steinmeier bei dem Thema Zusammenarbeit mit der Linkspartei gestellt. Über die gesamte Dauer des TV-Duells hat sie die besseren Argumente gehabt.
OP: Die Umfrageinstitute haben mehrheitlich einen leichten Vorteil für Frank-Walter Steinmeier ermittelt. Kann das TV-Duell dem Wahlkampf eine Wende geben?
Stefan Heck: Das TV-Duell wird auf den Wahlausgang keinen großen Einfluss haben. Es ist eine Momentaufnahme. Wir kämpfen in den Tagen bis zur Wahl um jede Stimme.
Sören Bartol: Ja, das wird es auf jeden Fall. Das wird besonders durch den für mich entscheidenden Umfragewert deutlich: Die bislang unentschlossenen Wählerinnen und Wähler haben Frank-Walter Steinmeier mit großer Mehrheit vor Angela Merkel gesehen. Ich glaube, dass viele Menschen gesehen haben, dass Frank-Walter Steinmeier der bessere Kanzler ist.
OP: Die Opposition und ein Großteil der Zuschauer haben das TV-Duell als Werbeveranstaltung für die Fortsetzung der großen Koalition empfunden. Wer die Inhalte von Union und SPD mit den Wahlzielen der FDP vergleicht, kommt unweigerlich zu dem Schluss: Schwarz-Rot wird besser funktionieren als Schwarz-Gelb oder eine Ampelkoalition. Warum zieht es beide Parteien noch immer in andere Häfen?
Sören Bartol: Es geht darum, dass am 27. September die SPD so stark wie möglich wird. Das ist das Ziel eines jeden Wahlkämpfers. Es geht nicht darum, vorher über Koalitionsmöglichkeiten zu spekulieren. Ich will, dass Frank-Walter Steinmeier die Möglichkeit bekommt, als Bundeskanzler die Regierung so zusammenzustellen, wie er sie sich wünscht und wie wir sie uns wünschen.
Stefan Heck: Ich teile den Eindruck nicht, dass den Zuschauern eine Werbeveranstaltung zur Fortsetzung der großen Koalition geboten wurde. Natürlich ist es so, dass Bundeskanzlerin und Vizekanzler nach vier gemeinsamen Jahren in der Regierung nicht mit dem Hammer aufeinander eindreschen. Deshalb empfand ich den etwas ruhigeren und sachlichen Ton auch als angemessen. Bei der Frage, wie es nach der Wahl weiter geht, müssen wir feststellen, dass sich die SPD auf einem Linkskurs bewegt. Das zeigt sich auf der personellen Schiene mit Herrn Wowereit, der gestern für die SPD das TV-Duell analysieren durfte, und mit Frau Nahles. Das zeigt sich aber auch in inhaltlichen Punkten wie dem Mindestlohn, wo sich die SPD in einem Überbietungswettbewerb mit der Linkspartei befindet. Das zeigt deutlich, dass von der SPD eine rot-rote Koalition angestrebt wird und nicht eine Fortsetzung der große Koalition.
von Matthias Mayer

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