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Wahl lokal „Es ist ganz schön knapp geworden“
Mehr OP extra Bundestagswahl 2009 Wahl lokal „Es ist ganz schön knapp geworden“
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23:48 27.09.2009
Rechnen und vergleichen: Heinrich Löwer (vorne von links), Frank Gotthardt, Matthias Knoche und Stefan Heck verfolgen die Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Quelle: Uwe Brock
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Marburg. Vor dem Fernseher herrscht Gedränge. Ungeduldig wird die erste Hochrechung erwartet. Als gegen 18.20 Uhr erste Zahlen über den Bildschirm flimmern und sich abzeichnet, dass die SPD bundesweit rund zehn Prozent Verluste einfährt, geht ein Raunen durch die Reihen. Jeder fragt sich, wie das Erststimmenergebnis im Wahlkreis ausfallen wird.

Als um 19 Uhr immer noch keine Ergebnisse aus den Wahllokalen gemeldet werden, macht sich allmählich Unruhe breit. „Das wird spannend“, prognostiziert FDP-Kandidat Jörg Behlen.

Zwanzig Minuten später trudeln die Erststimmen aus Wohra, Angelburg und Münchhausen ein: Sören Bartol liegt vor Stefan Heck. Kein Grund zur Sorge für den CDU-Kreisvorsitzenden Frank Gotthardt: „Heck wird am Ende einen Hauch vor Bartol liegen.“ Mit dem Eintreffen der Zahlen aus Amöneburg brandet Jubel unter den CDU-Anhängern auf. Stefan Heck überholt Bartol. Die Führung wechselt immer wieder, während die nächsten Wahlkreise ausgezählt werden.

Erstaunte Blicke werden ausgetauscht, als OP-Chefredakteur Christoph Linne nach den Stadtallendorfer Zahlen bekanntgibt, dass Bartol und Heck nur noch 0,03 Prozent voneinander entfernt sind. Um 21 Uhr fehlen noch zwei Wahlbezirke: Die Stimmen aus Marburg und Biedenkopf werden darüber entscheiden, wer in den Bundestag einzieht. „Ich hätte nie gedacht, dass es so eng werden könnte“, stellt Werner Hesse, Kreisfraktionsvorsitzender der SPD, fest.

Das Marburger Ergebnis gibt schließlich den Ausschlag: rund 4 000 Stimmen Vorsprung für Bartol. Um 21.23 Uhr steht das vorläufige Endergebnis fest: 38,91 Prozent für Bartol, 35,60 Prozent für Heck. Unter den Sozialdemokraten macht sich Erleichterung breit. „Gewonnen!“, freut sich der Landtagsabgeordnete Thomas Spies. Mit dem Ergebnis von Bartol sei er zufrieden, die Zweitstimmen hätten höher ausfallen können – alles in allem „hätte es aber schlimmer kommen können.“ Die SPD habe jetzt eine gute Ausgangslage für die nächsten Kommunalwahlen.

„Es ist ganz schön knapp geworden“, sagt SPD-Unterbezirksvorsitzender Detlef Ruffert und atmet tief durch. „Keine große Überraschung“ ist das Wahlergebnis für Karl Zissel, Kreisfraktionsvorsitzender der FDP. Das nahezu überall zweistellige Ergebnis habe die Basis der Partei gestärkt. Als der Wahlkreisgewinner schließlich im Kreishaus eintrifft, haben sich die Reihen schon stark gelichtet. „Hätten die in Marburg mal schneller gezählt“, flachste Werner Hesse.

von Christina Muth

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