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Atomausstieg und NPD beschäftigen Schüler

Diskussion Atomausstieg und NPD beschäftigen Schüler

Etwas mehr als eine Woche vor der Bundestagswahl diskutierten die heimischen Bundestagskandidaten mit rund 200 Schülerinnen und Schülern der Adolf-Reichwein-Schule.

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Henning Köster (von links), Matthias Knoche, Sören Bartol, Stefan Heck und Jörg Behlen diskutierten mit Schülern der Adolf-Reichwein-Schule. Schulleiter Norbert Herlein (3. von rechts) moderierte die Gesprächsrunde.

Marburg. Zur Vorbereitung auf die Veranstaltung hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Politikunterricht mit den Wahlprogrammen der Parteien beschäftigt und Fragen erarbeitet, die sie im Verlauf der Gesprächsrunde an die Kandidaten stellten. Schulleiter Norbert Herlein moderierte die Diskussion. Auf dem Podium standen Sören Bartol, Stefan Heck, Jörg Behlen, Matthias Knoche und Henning Köster den rund 200 Schülern der gymnasialen Oberstufe und Fachoberschule Rede und Antwort.

Atomausstieg

Die Themen Atomausstieg, Bundeswehreinsatz in Afghanistan, NPD-Verbot und die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur – G8 – beschäftigten die Schüler besonders. „Es gibt keine friedliche Nutzung der Atomenergie“, erklärte Henning Köster (Linke). Dass der Atomausstieg realisiert werden müsse, steht auch für Grünen-Kandidat Matthias Knoche und Sören Bartol (SPD) außer Frage. Es sei Aufgabe der nächsten Regierung, zu entscheiden, wo Atommüll gelagert werden könne.

G8

Auch wenn die Entscheidung auf Landesebene getroffen wurde, wollten die Oberstufenschüler von den Bundestagskandidaten wissen, ob die Verkürzung der Zeit bis zum Abitur richtig war. „G8 war richtig“, erklärte Stefan Heck (CDU). Um im internationalen Vergleich bestehen zu können, sei es unabdingbar, dass Studium und Ausbildung so früh wie möglich abgeschlossen werden. Ein Fehler sei gewesen, dass die gleiche Menge Lehrstoff wie zuvor in neun Jahren bewältigt werden müsse, sagte FDP-Kandidat Jörg Behlen. „Wir brauchen kein G8“, widersprach auch Henning Köster. Viel eher sei ein Schulsystem nötig, das gemeinsames Lernen bis zum Alter von 16 Jahren vorsehe. Zudem müsse die Möglichkeit gegeben sein, sowohl benachteiligte als auch hochbegabte Schülerinnen und Schüler individuell fördern zu können. „Zu viel Stoff, zu wenig Lehrer – die Konsequenzen von G8 sind nicht bedacht worden“, fasste Matthias Knoche zusammen, und Sören Bartol erklärte: „G8 war ein Desaster für alle Kinder in diesem Land.“

Wehrdienst

Für die männlichen Schüler stellt sich in jedem Fall die Frage, ob sie Wehrdienst leisten oder sich zum Zivildienst melden. Die Kandidaten auf dem Podium wurden aufgefordert, zu den Themen Wehrdienst und Bundeswehreinsatz in Afghanistan Stellung zu nehmen. Hier nahm Henning Köster eine andere Meinung ein als seine Partei: „Ich halte nichts von einer Berufsarmee.“ Die Alternative zum Bundeswehreinsatz sei, „mit allen Beteiligten zu verhandeln. Es ist ein schmutziger Krieg, der nicht gewonnen werden kann.“ Grünen-Vertreter Knoche wies darauf hin, dass der Einsatz der internationalen Truppen notwendig sei. „Wir haben die Pflicht, den Aufbau eines Staates, der zusammengebrochen ist, zu unterstützen.“ Sören Bartol schloss sich diesen Argumenten an. Der Einsatz sei beschlossen worden, um zivilen Wiederaufbau zu leisten. Daher müsse auch der Rückzug der Truppen sorgfältig geplant werden und dürfe nicht übereilt erfolgen. Stefan Heck antwortete den Schülern, das Konzept der Wehrpflicht sei überholt. Er befürworte das Modell eines allgemeinen Dienstes, etwa in Form von Wehrdienst oder sozialem Engagement. „Wir brauchen keine Tausende von Soldaten, die unsere Außengrenzen bewachen“, erklärte Jörg Behlen.

NPD

„Wie ernst muss man die NPD nehmen und wie kann ein Verbot durchgesetzt werden?“, wollten die Schüler wissen. „Die NPD muss man sehr ernst nehmen“, so Henning Köster, der sich klar für ein Verbot der rechtsextremistischen Partei aussprach. „Die NPD ist eine gefährliche Partei“, pflichtete Knoche ihm bei. Die Partei sei so offen verfassungsfeindlich, dass ein Verbot nötig sei, erklärte auch Sören Bartol. „Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches Problem, auch hier im Landkreis sitzen die Republikaner im Kreistag.“ Stefan Heck erläuterte, dass mit einem erneuten Verbotsantrag auch die V-Leute aus den Reihen der NPD abgezogen werden müssten. Es sei Aufgabe der demokratischen Parteien, dafür zu sorgen, dass rechtsextreme Parteien die Fünf-Prozent-Hürde bei Wahlen nicht schaffen.

von Christina Muth

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