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Stefan Heck (CDU) „Nur gemeinsam haben wir eine Chance“
Mehr OP extra Bundestagswahl 2009 Stefan Heck (CDU) „Nur gemeinsam haben wir eine Chance“
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09:37 21.09.2009
Stefan Heck kandidiert für die CDU. Quelle: Rainer Waldinger
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OP: Ihre Partei will mit der FDP koalieren. Vergleicht man die Wahlprogramme, kann das keine Liebeshochzeit werden.

Stefan Heck: Die FDP ist die Partei, mit der die Union die meisten inhaltlichen Übereinstimmungen hat. Das gilt für die Wirtschaftspolitik, das gilt für die Frage, wie man neue Arbeitsplätze schafft, und wie man die Bürger von Abgaben entlastet und dennoch am Ende eine Konsolidierung der Staatsfinanzen gemeinsam hinbekommt.

OP: Wo sehen Sie die gravierendsten Unterschiede zur FDP?

Heck: Es gibt deutliche Unterschiede in den gesellschaftspolitischen Überzeugungen. Das geht los mit der Frage, ob gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften rechtlich der Ehe gleichgestellt werden sollen, das setzt sich fort im Bereich innere Sicherheit. Die FDP lehnt Online-Durchsuchungen ab, sie stellt sich gegen die Videoüberwachung öffentlicher Plätze. Dabei zeigen die jüngsten schlimmen Vorfälle, dass wir für mehr Sicherheit auf öffentlichen Plätzen und im Öffentlichen Personennahverkehr sorgen müssen. Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich zudem in der Europapolitik. Die FDP unterstützt den EU-Beitritt der Türkei, den wir ablehnen.

Es gibt zudem große Unterschiede in der Sozialpolitik. So will die FDP die gesetzliche Krankenversicherung abschaffen. Das hätte verheerende Folgen für die ärztliche Versorgung im ganzen Land und in Marburg-Biedenkopf. Viele Familien und Arbeitnehmer würden sich eine umfassende Gesundheitsversorgung nicht mehr leisten können. Solch marktradikalen Ansätze sind nicht Position der CDU und CSU.

OP: Im Wahlkampf gehen Union und FDP – bis auf die Kreisebene herunter – wenig pfleglich miteinander um. Wie soll daraus in Berlin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erwachsen?

Stefan Heck: Ich hoffe, dass sich am Ende auf beiden Seiten die Einsicht durchsetzt, dass wir nur gemeinsam eine Chance haben und dass die Gemeinsamkeiten die strittigen Punkte überwiegen. Mich irritiert der Erststimmenwahlkampf, den die FDP hier vor Ort führt. Beim Direktmandat entscheidet sich das Rennen zwischen den Bewerbern von CDU und SPD. Stimmen an Bewerber kleinerer Parteien sind verlorene Stimmen. Ich gönne der FDP ein ordentliches Zweitstimmenergebnis. Aber jeder Wähler muss wissen, dass Erststimmen an den FDP-Kandidaten in unserem Wahlkreis Stimmen für Rot-Rot-Grün in Berlin sind.

von Matthias Mayer

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