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Stefan Heck (CDU) "Nicht umsonst das ,C' im Namen"
Mehr OP extra Bundestagswahl 2009 Stefan Heck (CDU) "Nicht umsonst das ,C' im Namen"
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13:01 02.09.2009

OP: In der Zittauer Johannis-Kirche klebt an einer Stellwand für Gebetsanliegen ein gelber Haftzettel mit der Aufschrift: "Bestrafe die CDU, denn ihre Politiker sind keine Christen." Trifft Sie dieser harte Satz?
Stefan Heck: Wir sind als CDU eine große Volkspartei, in der es verschiedene Strömungen gibt. Es gibt einen Wirtschaftsflügel, es gibt einen sozial ausgerichteten Teil der Mitgliederschaft und es gibt einen Flügel, der sich besonders um christliche Anliegen kümmert, was mir persönlich sehr wichtig ist. Nicht umsonst tragen wir das "C" im Namen. Ich würde mich gern mal unterhalten mit demjenigen, der diesen Satz geschrieben hat.

OP: In der Bergpredigt wird Barmherzigkeit als wichtigstes Merkmal des Christenmenschen herausgestellt. Wo wird Barmherzigkeit im Regierungshandeln der CDU sichtbar?
Heck: Die Bergpredigt richtet sich an jeden einzelnen Christen, aber ich glaube, sie kann keine Gebrauchsanleitung für staatliches Handeln sein. Natürlich ist es Aufgabe des Staates seine Bürger zu schützen, und deren Interessen auch nach Außen zu schützen. Das wird nicht immer im Geiste der Bergpredigt möglich sein. Dennoch ist es mir wichtig, dass sich christliche Politiker in ihrem Tun immer wieder an den christlichen Grundwerten orientieren.

OP: Ist für den Begriff Barmherzigkeit kein Platz in der Politik?
Heck: Ich glaube, dass man den Begriff Barmherzigkeit in der Politik anders verstehen muss als im Privatleben. Natürlich müssen sich Politiker um die Schwachen kümmern. Zugleich sind sie aber auch Haushälter. In diesem Widerspruch stehen wir. Würden wir Barmherzigkeit zur wichtigsten Richtschnur unserer Ausgabenpolitik machen, wäre dies das Ende eines jeden öffentlichen Haushaltes.

OP: Muss Ihre Partei ihr christliches Profil schärfen?
Heck: Ausdrücklich ja. Das fängt aus meiner Sicht schon an in der Europapolitik an. Ich bin grundsätzlich gegen den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union, weil in diesem Land Christen noch immer verfolgt werden. Das geht weiter auf der Bundesebene mit der Frage des Lebensschutzes am Anfang und am Ende des Lebens und es setzt sich fort in der Landespolitik. Hier müssen wir uns fragen: Wie gehen wir mit religiösen Bekenntnissen in der Schule um? Für mich kann es nicht sein, dass Lehrerinnen, die im öffentlichen Dienst stehen, mit Kopftuch in der Schule erscheinen.

von Matthias Mayer