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Für die SPD: Sören Bartol

Kandidaten Für die SPD: Sören Bartol

In Sören Bartol schickt die SPD einen Direktkandidaten mit Bundestagserfahrung ins Rennen. Der 34-jährige Diplom-Politologe vertritt den heimischen Landkreis bereits seit 2002 in Berlin.

Hier stellt er sich im Video vor.

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Sören Bartol.

Quelle: Rainer Waldinger

Marburg. „Das ist doch einfach schön hier“, schwärmt Sören Bartol und lehnt sich entspannt zurück. Nach einer spontanen Draisinenfahrt auf dem kurzen Gleisabschnitt am Marburger Waggonhallen-Gelände kehrt der 34-jährige auf einen Kaffee ein. Nur eins stört: die Wespen. Die schwarz-gelben Insekten haben es irgendwie auf den SPD-Bundestagsabgeordneten abgesehen. Ein Bild mit Symbol-Charakter: Schließlich will Sören Bartol, der den heimischen Landkreis seit 2002 in Berlin vertritt, ein drittes Mal das Direktmandat für Marburg-Biedenkopf holen – und er will Schwarz-Gelb im Bund verhindern. „Da steht man ständig unter Strom“, beschreibt der 34-Jährige, der in der kommenden Woche Geburtstag hat, die Situation. „Umfragen hin, Umfragen her – ich versuche, die Leute davon zu überzeugen, dass ich der richtige Kandidat bin und gute Arbeit geleistet habe.“

Wenn es um seine Leistungen geht, im Allgemeinen und im Besonderen für seinen Wahlkreis, nennt Sören Bartol viele Beispiele: das Konjunkturprogramm, die bevorstehende barrierefreie Umgestaltung des Marburger Hauptbahnhofs, „was wirklich ein hartes Stück Arbeit war“, den Lückenschluss der B 3 oder die Ortsumgehung Oberweimar, „wo ich ganz klar sage, die hätte es ohne mich so nicht gegeben“. Neben verkehrspolitischen Themen, mit denen die Menschen den Verkehrspolitiker zwangsläufig verbinden, sucht sich Bartol aber auch andere Schwerpunkte: etwa die „Soziale Stadt“, das Bund-Länder-Programm für Städtebauförderung, für das der Marburger in Berlin zuständig ist. „Wir haben Projekte am Richtsberg in Marburg, außerdem in Stadtallendorf, und ich glaube, dass ich für die Region das Beste herausgeholt habe.“ Auch durch die Reform des Wohngelds zum Jahresbeginn habe er „etwas erreichen können, was unglaublich vielen Menschen, auch in Marburg-Biedenkopf, zugute kommt“.

Diplom-Politologe Bartol ist seit 2002 der einzige heimische Bundestagsabgeordnete. „Von daher bekomme ich die ganze Bandbreite an Problemen mit“, berichtet er und erklärt: „Alles, was das Leben mit einem macht, kommt irgendwann auch mal in meinem Büro an.“ Gleich, ob es um Schwierigkeiten mit der Arbeitsverwaltung geht, um Ausfuhrgenehmigungen für Unternehmen oder um Scheidungsprobleme – auch für solche Anliegen ist der Abgeordnete zuständig. „Ich werde wahnsinnig oft beansprucht“, sagt er und bekennt nachdenklich: „Ich kann aber nicht immer helfen.“ Umso schöner sei es, wenn er in einer verzwickten Situation den gordischen Knoten durchschlagen könne, „wie bei einem Adoptionsfall, der ein Riesendrama war, und wo das Kind durch meine Mithilfe am Ende doch adoptiert werden konnte und die Familie glücklich war“.Bartol spricht sehr selbstbewusst über seine Verdienste, verliert die schwierige Situation seiner Partei dabei jedoch nicht aus dem Blick. „Ich wäre ja eiskalt, wenn ich sagen würde, 20 Prozent – das ist mir egal“, spielt er auf jüngere Umfrageergebnisse an. Er ist jedoch zuversichtlich: „Ich glaube, dass die Menschen unterscheiden können zwischen der Zweitstimme und der Erststimme, und ich glaube, dass sie wissen, dass ich gute Arbeit gemacht habe.“ Was ihn beruhigt, sind die Gespräche im Wahlkreis: „Wenn ich in Marburg-Biedenkopf unterwegs bin, dann spiegeln die Menschen hier keinesfalls das Ergebnis wieder, dass die SPD im Moment in den Umfragen hat.“ Bartol sieht noch großes Potenzial. „Ich will die Wahl gewinnen – im Wahlkreis und in Berlin“, sagt er. Da könne man ihn ruhig als unrealistisch brandmarken. „Das Ziel muss sein, so stark wie möglich zu werden, und dann entscheiden wir am Ende, was geht und was nicht.“

So stark wie möglich werden, das Direktmandat holen – Sören Bartols politische und berufliche Zukunft hängt unmittelbar vom Wahlergebnis ab. „Seitdem klar ist, dass ich keinen sicheren Listenplatz habe, steht die SPD Marburg-Biedenkopf wie ein Mann hinter mir“, sagt der Kandidat und erklärt: „Ich habe lange nicht mehr eine so engagierte und motivierte Partei erlebt. Die wissen, dass es um alles geht.“Von den Problemen in seiner Partei will Bartol sich indes freihalten – auch wenn er glaubt, dass die SPD sich dringend mehr mit dem politischen Gegner als mit sich selbst beschäftigen müsste und das Erlernen von Kommunikationsdisziplin durchaus nötig hätte. „Ich kämpfe jetzt um den Wahlsieg, da interessiert mich Vergangenheitsbewältigung nicht“, betont er und wirft einen Blick voraus: Ganz oben auf der Agenda steht für ihn in der kommenden Legislaturperiode beispielsweise das Thema Gesundheitsvorsorge. „Wir müssen die gesamte Prävention noch stärker in das Programm ,Soziale Stadt’ mit einbeziehen“, fordert er und ergänzt: „Insgesamt müssen wir unser Gesundheitssystem dringend weiterentwickeln und die CDU von der Bürgerversicherung überzeugen.“ Einsetzen will sich der Abgeordnete zudem für einen flächendeckenden Mindestlohn, „was in anderen Ländern funktioniert, warum sollte das bei uns nicht funktionieren?“, fragt er. Und auch, wenn es für Bartol um weit mehr geht als immer nur um Straßen, nennt er auch die als besonders wichtige Zukunftsprojekte: „Wir müssen die A 49, die wir alle gemeinsam wollen, dringend vorantreiben, außerdem die Ortsumgehung an der B 252 und wir müssen uns auch mit der B 62 und der Verhinderung der A 4 beschäftigen“, sagt er und wehrt energisch eine weitere Wespenattacke ab.

von Carina Becker

Im Internet ist Sören Bartol unter www.bartol.de präsent. Bei www.twitter.com ist er unter soerenbartol zu finden.

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