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Rainer Baake sieht keine Alternative zu erneuerbaren Energien

Prominentenbesuch Rainer Baake sieht keine Alternative zu erneuerbaren Energien

Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe und Ex-Staatssekretär, sprach am Mittwochabend in der Stadthalle.

Marburg . Was zunächst als Vortrag mit anschließender Diskussion geplant war, entwickelte sich rasch zu einem angeregten Gespräch zwischen Rainer Baake, Grünen-Bundestagskandidat Matthias Knoche und den Zuhörern. Dass es keine Alternative zu "100 Prozent Erneuerbaren" - der Deckung des Energiebedarfs durch ausschließlich erneuerbare Energien - geben kann, daran ließ Baake keinen Zweifel aufkommen.

Die geplante weltweite Reduktion der CO2-Emmission um 50 Prozent bis zum Jahr 2050 sei eine "unglaubliche Herausforderung, für die die Weichen jetzt richtig gestellt werden müssen. Denn wir haben nur vier Jahrzehnte Zeit." Das Festhalten an Atom- und Kohlekraftwerken und der parallele Anstieg erneuerbarer Energien schließen sich aus. Bis 2020 sollen 30 Prozent des Energiebedarfs durch von Wind, Sonne und Biomasse produziertem Strom gedeckt werden. Heute liege dieser Wert bei rund 15 Prozent. Laufen weiterhin Kraftwerke, führe dies zu Negativpreisen an der Strombörse. Der Grund: Strom aus alternativer Erzeugung muss bevorzugt ins Netz eingespeist und abgenommen werden. Da allerdings Kohle- und Atomkraftwerke aus Sicherheitsgründen nicht "schnell aus- und wieder angeschaltet werden können", muss der dort produzierte Strom ebenfalls abgekauft werden.

Als Alternative für den Übergang nannte Baake Gaskraftwerke. Die langfristige Lösung bestehe jedoch in der Schaffung von neuen Möglichkeiten zur Stromspeicherung. "Das Ziel kann nur 100 Prozent Erneuerbare heißen, aber dann müssen andere Lösungen gefunden werden. Wir werden Speicher brauchen." Bereits jetzt werden Talsperren als sogenannte Pumpspeicherkraftwerke genutzt, aber "wir können ja nicht ständig neue Talsperren bauen." Eine Möglichkeit sieht Baake im Zusammenschluss der Leitungsnetze mit anderen Ländern. So könnten auch die Pumpspeicherkraftwerke der Nachbarländer ans deutsche Netz angeschlossen werden. Der Leitungsbau stelle ohnehin die größte Herausforderung dar. Nur durch ein ausreichend dimensioniertes Leitungssystem könne der Strom geplanter großer Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee in Regionen wie etwa das Ruhr- oder Rhein-Main-Gebiet transportiert werden.

von Christina Muth

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