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Für die Grünen: Matthias Knoche

Kandidaten Für die Grünen: Matthias Knoche

Marburg ist eine Hochburg der Bündnisgrünen. Dennoch ist der Grünen-Kreisverband seit elf Jahren nicht mehr im Bundestag vertreten. Das könnte sich am 27. September ändern.

Hier stellt sich Knoche im Video vor.

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Solide, aber nicht begeisternd

Marburg . Sollten die Grünen bei der Bundestagswahl in Hessen ein sehr gutes Ergebnis erzielen, könnte Wahlkreis-Kandidat Matthias Knoche nach Dr. Hubert Kleinert (mit Unterbrechung von 1983 bis 1990) und nach Marina Steindor (1994 bis 1998) als dritter Abgeordneter für den Grünen-Kreisverband Marburg-Biedenkopf in den Bundestag einziehen. Bei der Bundestagswahl 2005 erhielten die Grünen in Hessen 10,1 Prozent der Wählerstimmen und konnten fünf Abgeordnete nach Berlin schicken. Bei etwa zwölf Prozent würde es für einen sechsten Abgeordneten reichen.
Erreicht die Partei rund 16 Prozent, ziehen acht hessische Grüne in den Bundestag ein. Dann wäre auch für Matthias Knoche der Weg nach Berlin frei, denn die Grünen-Landesmitgliederversammlung wählte den 47-Jährigen auf Platz acht der Landesliste. Der Sprecher des Grünen-Kreisverbandes sieht für sich eine gute Chance, das Ziel zu erreichen. Selbstbewusst stellt er fest: "Unter den Kandidaten aus dem Landkreis bin ich neben dem Wahlkreissieger der einzige, der es nach Berlin schaffen kann."
Der Lebensweg des Kandidaten, der heute mit seiner Frau im Lollarer Stadtteil Odenhausen wohnt, begann in Kassel. Dort entwickelte Matthias Knoche schon als Schüler sein Interesse für die Politik und die Gemeinwesenarbeit. Er engagierte sich in der Schülervertretung und arbeitete zeitweise bei den Jungen Demokraten mit, einer parteipolitisch nicht gebundenen Jugendorganisation. Der Zivildienst bei der Blindenstudienanstalt führte ihn 1981 nach dem Abitur nach Marburg, das zu seinem Lebensmittelpunkt werden sollte.Direkt nach dem Zivildienst nahm Matthias Knoche an der Philipps-Universität ein Soziologie-Studium auf. Es war die Zeit, in der sich die junge Partei Die Grünen in der Stadt als politische Kraft etablierte. Der Student hörte vom offenen kommunalpolitischen Arbeitskreis der Grünen, besuchte eine Sitzung. "Die Kommunalpolitik mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten hat mich fasziniert, und ich bin dabei geblieben", erinnert sich Knoche an seine Anfänge bei den Grünen, denen er sich 1983 anschloss.
21 Jahre lang, von 1985 bis 2006, machte der Diplom-Soziologe im Marburger Stadtparlament Kommunalpolitik. Darüber hinaus dient er seiner Partei in verschiedenen Funktionen; so seit 2005 als Sprecher des Kreisverbandes und Mitglied des Parteirates der Landespartei - des höchsten Parteigremiums zwischen den Landesmitgliederversammlungen.
Seine Lust am politischen Gestalten animierte den Grünen-Kommunalpolitiker letztlich dazu, sich um ein Bundestagsmandat zu bewerben. "Wenn man die Chance hat, konkrete Themen und Projekte umzusetzen, lohnt sich der große Aufwand", sagt Knoche, der zwei solcher Projekte in den Mittelpunkt seiner Kampagne stellt:n Sozialer Klimaschutzn Menschenwürdige AltenpflegeUnter dem Schlagwort Sozialer Klimaschutz sieht der Politiker die Chance, aktiven Klimaschutz und Sozialpolitik miteinander zu vereinen. So wirbt Knoche für eine Initiative seiner Partei, die darauf abzielt, umweltschonend die Energiekosten von Gebäuden zu senken und somit auch die Mieter zu entlasten. Auf diesem Gebiet ist Matthias Knoche ein ausgewiesener Fachmann, denn auf sein Soziologie-Studium sattelte er noch eine Ausbildung zum Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft drauf, stieg bei der Marburger GeWoBau ein, für die er heute in leitender Funktion als Prokurist tätig ist.
"Ich möchte mein Fachwissen aus dem sozialen Wohnungsbau dazu einsetzen, aus dem Landkreis eine Modellregion für sozialen Klimaschutz zu machen", sagt Knoche, für den Energieeinsparung und der Einsatz einer modernen und klimafreundlichen Energietechnik wie der Kraft-Wärme-Kopplung die effektivste Sozialpolitik ist. So wirbt Knoche für den Einsatz von klimaschonenden und "wirtschaftlich absolut konkurrenzfähigen Blockheizkraftwerken" auch in kleineren Wohnkomplexen.
Für die künftige Ausrichtung Altenpflege im Landkreis wünscht sich Matthias Knoche menschenwürdige Pflege mit wohnortnahen Angeboten. Große Pflegeheime besäßen - oft zu Unrecht - kein besonders gutes Image. Wenn pflegebedürftige Menschen nicht in die Nähe einer großen stationären Einrichtung ziehen könnten oder wollten, dann müssten die Pflegeangebote eben zu den Menschen kommen, folgert er und sieht für dieses Umdenken nicht nur soziale, sondern auch ökonomische Gründe: "Wirtschaftlich ist, was die Kunden wünschen."
Nach Knoches Überzeugung tun grüne Ideen und Themen dem Land gut - und auch der eigenen Partei, der heute die herausragenden Köpfe fehlen. Er selbst hat sich schon 1983 in Kassel in den Bann von Joschka Fischer und und Daniel Cohn-Bendit ziehen lassen. "Den Cohn-Bendit zu erleben war schon beeindruckend", und Joschka Fischer sei immer "eine spannende Figur gewesen", erinnert sich Knoche an seine erste Begegnung mit den wohl charismatischsten Köpfen seiner Partei. Heute besäßen die Grünen keinen Spitzenkandidaten mehr, "der es schafft, 1 000 Leute in einen Saal zu locken." Der Wahlkampf der Partei sei heute nicht mehr auf Köpfe begrenzt, sondern themenbezogen. Seinen eigenen Kreisverband sieht er dafür bestens aufgestellt: "Wir sind stark und haben eigene Themen."
von Christina Muth

Im Internet ist Knoche unter www.matthias-knoche.de präsent. Bei www.twitter.com ist Knoche unter MatthiasKnoche zu finden.

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