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Die Linke sucht Wege aus der Krise

Die Linke sucht Wege aus der Krise

Die Kritik an den Hartz-Reformen und an der Rente mit 67 standen im Zentrum einer Wahlveranstaltung, zu der die Partei Die Linke erstmals nach Dautphe eingeladen hat.

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In Dautphe auf dem Podium: (von links) Hans-Peter Wieth, Werner Dreibus und Henning Köster.

Quelle: Matthias Mayer

Dautphe. Den größten Sozialabbau in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland habe eine rot-grüne Bundesregierung zu verantworten, sagte Werner Dreibus, Bundestagsabgeordneter der Linken, am Donnerstagabend vor 18 Zuhörern im Bürgerhaus.

Neben Dreibus sprachen der Marburger Lehrer und Linken-Wahlkreis-Kandidat Henning Köster und Hans-Peter Wieth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Herborn.Dreibus bescheinigte seiner Partei für die vergangenen vier Jahre, die erfolgreichste Oppositionsarbeit in der Geschichte des Bundestages geleistet zu haben. Die Linke habe alle Fraktionen in Richtung ihrer Themen bewegt. Wenn seine Partei am 27. September schlechter abschneide als vor vier Jahren, sei dies das Signal für alle anderen Parteien, dass sie beim Sozialabbau durchstarten könnten. „Je stärker wir werden, um so eher sind die anderen Parteien bereit, Sauereien wie Hartz IV und die Rente mit 67 zu korrigieren“, sagte Dreibus.

Die Rente mit 67 hätte ein „politischer Renner“ werden könnten. Leider habe der Rückenwind aus den Gewerkschaften und den Betrieben gefehlt. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes habe offenbar die meisten Arbeitnehmer gefügig gemacht, mutmaßte Dreibus.

Gewerkschafter Wieth bescheinigte dem mittelständisch geprägten Hinterland, mit einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent bislang relativ gut durch die Krise gekommen zu sein. Sorge bereite ihm jedoch der teils „gigantisch hohe Anteil von Leiharbeitern“. Überall, wo die Gewerkschaften schwach seien, greife neoliberales Denken in den Führungsetagen der Betriebe um sich. Die Arbeitnehmer interessierten sich vor allem für die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze und für das Lohnniveau. Arbeitnehmer müssten mit ihrer Arbeit ihre Familien ernähren können, sagte Wieth.

Hart ins Gericht ging Wieth mit den Ein-Euro-Jobs. Der Satz „sozial ist, was Arbeit schafft“, gehörte zum „Dümmsten“, was er je gehört habe.Henning Köster kritisierte, dass mit Ein-Euro-Jobs „menschenunwürdiger Schindluder“ getrieben werde. Er plädierte für kampfbereite Gewerkschaften, denn nur wenn im Hintergrund Aktionen in den Betrieben liefen, ließe sich sozialpolitisch etwas bewegen. Mit seinem Kampf für mehr Bildungsgerechtigkeit in den Schulen, gegen Hartz IV, gegen die Bahn-Privatisierung und gegen den Afghanistan-Krieg stehe er im Wahlkreis politisch alleine da. Deshalb führe er auch einen Erststimmen-Wahlkampf gegen den SPD-Kandidaten Sören Bartol und dessen „Assistenten“ Matthias Knoche (Grüne). Bartol stehe so weit rechts, dass ihn viele Sozialdemokraten los werden wollten.Überschrieben war die Veranstaltung mit „Wege aus der Krise. Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz.“

von Matthias Mayer

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