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Zwei Jungen nach Gasunfall noch in Lebensgefahr

Unfälle Zwei Jungen nach Gasunfall noch in Lebensgefahr

Nach dem schweren Gasunfall in Wiesbaden mit drei Toten schweben zwei Jungen im Alter von fünf und elf Jahren noch in Lebensgefahr.

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Aus der Heizung trat hochgiftiges Kohlenmonoxid aus. Foto: Michael Ehresmann

Wiesbaden . Das sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitag. Weitere fünf Verletzte seien noch am Vorabend wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Bei dem Unfall in einem Mehrfamilienhaus waren am Donnerstagmorgen die Eltern und der 14 Jahre alte Bruder der Jungen ums Leben gekommen. Nach ersten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war aus der Heizung hochgiftiges Kohlenmonoxid ausgetreten und hatte sich in zwölf Wohnungen verbreitet. Ein Notarzt entdeckte die Vergiftung bei einem jungen Mann und alarmierte die Feuerwehr, die das gesamte Gebäude räumte. 20 Leichtverletzte ließen sich vor Ort behandeln.

Am Freitag wurde eine Ersatzheizung in dem Haus montiert, wie die Polizeisprecherin sagte. Die Mieter sollten in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen, "damit so weit wie möglich Normalität einkehren kann". Die erste Nacht nach dem Unfall hatten die Hausbewohner im Hotel verbringen müssen.

In dem Haus wohnten deutsche wie ausländische Familien. Die Toten stammten aus einer türkischen Familie, die im obersten Stock wohnte. Die Toten waren bis Donnerstagabend obduziert worden. Ein Ergebnis werde aber während der laufenden Ermittlungen nicht mitgeteilt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Er rechnete damit, dass die Untersuchungen einschließlich technischer Gutachten etwa ein halbes Jahr dauern werden.

Als Unglücksursache wird ein technischer Defekt an der 2006 gebauten Zentralheizung vermutet. Der "Wiesbadener Kurier" veröffentlichte am Freitag ein Foto, das eine gelöste Rohrverbindung an der Abgasanlage der Heizung zeigt. Die Staatsanwaltschaft wollte dieses Detail indes nicht bestätigen. Eine absichtliche Tat schließt die Polizei aber weitgehend aus.

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