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Zentralrat der Juden: Mehr Engagement für KZ-Gedenkstätten

Geschichte Zentralrat der Juden: Mehr Engagement für KZ-Gedenkstätten

Die Erinnerung an die Opfer der Nazi-Diktatur wach halten - dabei nehmen KZ-Gedenkstätten eine Schlüsselposition ein. Den Holocaust-Gedenktag im hessischen Landtag verbindet der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, mit einem Appell an die Bundespolitik.

Wiesbaden. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat von der künftigen Bundesregierung mehr Engagement für die KZ-Gedenkstätten gefordert. Man könne viele warme Worte finden über die Bedeutung des Gedenkens und eine moderne Erinnerungskultur - dies bleibe jedoch ohne Wirkung, wenn es den Gedenkstätten an Geld fehle, sagte er am Montag in Wiesbaden laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript. Im hessischen Landtag gedachten am Abend mehr als hundert Gäste der Opfer des Nationalsozialismus, wie eine Sprecherin des Parlaments mitteilte.

Nach den Worten Schusters sollte das Gedenkstättenkonzept des Bundes von 2008 weiterentwickelt werden. Er betonte die "Schlüsselposition" von Schulen und Gedenkstätten bei der gesellschaftlichen Aufgabe, Wissen über den Holocaust zu vermitteln. Der Zentralratspräsident erneuerte seinen Vorschlag, dass alle Schüler der höheren Klassen einmal in ihrer Schulzeit eine KZ-Gedenkstätte besuchen sollten.

Er sei ebenso davon überzeugt, dass dies ein wichtiger Teil von Integrationskursen für Asylbewerber sein könnte, sagte Schuster: "Warum sollte ein Flüchtling, der selbst Krieg und Verfolgung, den Verlust der Heimat erlebt hat, nicht in der Lage sein, zu erkennen, wohin Judenhass und Verfolgung führen?"

Der "Internationale Gedenktag für die Opfer des Holocaust" ist der 27. Januar. An diesem Tag im Jahr 1945 hatten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Dort waren von 1940 bis 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet worden. Insgesamt wurden unter nationalsozialistischer Herrschaft in Europa rund sechs Millionen Juden ermordet.

dpa

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