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Wirtschaft Deutsche Börse bringt turbulentes Jahr hinter sich
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11:14 28.02.2018
Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG. Quelle: Arne Dedert/Archiv
Frankfurt/Main

Fusionspleite, Insidervorwürfe, Chefwechsel - hinter der Deutschen Börse liegt ein turbulentes Jahr. Auch geschäftlich lief es lange nicht so gut wie erhofft: Ende Oktober sah sich der Vorstand gezwungen, die Ziele für 2017 in Frage zu stellen. An diesem Dienstagabend (20.2.) nach Börsenschluss veröffentlicht der Frankfurter Marktbetreiber nun die Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr; tags darauf stellt sich der seit Januar amtierende neue Konzernchef Theodor Weimer den Fragen der Journalisten.

Ursprüngliches Ziel war es, die Erlöse 2017 um 5 bis 10 Prozent und den Überschuss auf bereinigter Basis um 10 bis 15 Prozent zu steigern. Zumindest bei den Erlösen dürfte der Konzern nach Analystenschätzungen das Ziel verfehlt haben und bei etwa 2,46 Milliarden Euro gelandet sein. Beim Überschuss rechnen Analysten mit 858 Millionen Euro.

Im Jahr 2016 hatten die Nettoerlöse des Dax-Konzerns auf 2,39 Milliarden Euro zugelegt, der Überschuss war auch dank Einsparungen auf 722 Millionen Euro gestiegen. Dass 2017 dann schwächer lief als geplant, lag an der Flaute an den Finanzmärkten: Anleger handelten ungewöhnlich wenig, wodurch der Börse Gebühreneinnahmen entgingen. Erst Anfang dieses Jahres änderte sich die Lage schlagartig mit einem Kursrutsch an den weltweiten Aktienmärkten.

Doch die Geschäftszahlen stehen derzeit ohnehin nicht im Vordergrund bei der Deutschen Börse. Es geht vielmehr um einen Neuanfang nach einem Jahr voller Rückschläge: Im Frühjahr scheiterte die Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) am Veto der EU-Wettbewerbshüter, zum Jahresende trat Konzernchef Carsten Kengeter wegen des Vorwurfs von Insiderhandel bei einem millionenschweren Aktiengeschäft zurück. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt dazu laufen noch.

"Wir haben 2016 und 2017 viel gewagt, doch wir haben unsere Ziele nicht erreicht. Wir haben vieles richtig gemacht, aber auch etliches falsch", räumte Aufsichtsratschef Joachim Faber im Januar beim Neujahrsempfang des Unternehmens ein.

Der neue Konzernchef Weimer bekräftigte bei dieser Gelegenheit: "Es wurden Fehler gemacht. Es werden Konsequenzen gezogen werden müssen, da kann man nicht einfach drüber hinwegschauen." Erste Duftmarken setzten der Banker bereits: Den von Vorgänger Kengeter installierten erweiterten Vorstand, das sogenannte Group Management Committee (GMC), schaffte Weimer Medienberichten zufolge wieder ab.

Und nach der Aufregung um eine mögliche Verlagerung des Börsensitzes nach London im Zuge der geplanten Fusion mit der LSE beruhigte der privat in Wiesbaden lebende Weimer die Gemüter am Finanzplatz Frankfurt: "Sitz und Geschäftsführung hier in Hessen sind ein ganz hohes Gut unter meiner Führung." Taten ließ die Börse solchen Worten auch schon folgen: Das historische Börsengebäude in der Frankfurter Innenstadt wird bis 2020 für 18,5 Millionen Euro aufgemöbelt.

dpa

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