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Wahlfreiheit bei G8/G9 trägt Unruhe in Hessens Gymnasien

Landtag Wahlfreiheit bei G8/G9 trägt Unruhe in Hessens Gymnasien

Bei einer Anhörung im Schulausschuss sind am Donnerstag die unterschiedlichen Positionen im Streit um die Wahlfreiheit beim schnellen Abitur deutlich geworden. In der Debatte in Wiesbaden fanden sich mehr Befürworter einer Rückkehr zu G9 als Verfechter für das Abitur nach zwölf Jahren (G8).

Wiesbaden. Klar wurde: Der Streit über die richtige Unterrichtszeit bis zum Abitur scheint nun in den einzelnen Schulgemeinschaften angekommen zu sein. Dort organisieren die Schulleiter mit ihren Kollegien, den Eltern- und Schülerbeiräten die Mehrheiten für G8 oder G9.

Während Kultusministerin Nicola Beer (FDP) ein Aus für G8 vermeiden will, warten viele Leiter der Gymnasien derzeit allerdings ab - und das, obwohl die Schulen in diesen Wochen um neue Fünftklässler werben und Eltern wissen wollen, welchen Bildungsgang die Schulen anbieten. "Letztlich erscheint uns das Ganze etwas überstürzt", sagte Frank Martin Ausbüttel, Leiter der Freiherr-vom-Stein-Schule in Frankfurt. Einen politischen Grund, die Entscheidung zu vertagen, gibt es auch: Falls die SPD die Landtagswahl im kommenden Jahr gewinnt, will sie ohnehin zurück zu G9.

"Wir sind überzeugt von einer sechsjährigen Mittelstufe", sagte Birgit Koch, Vize-Landeschein der Lehrergewerkschaft GEW. Selbst wenn die Lehrer in ihren Schulen G8 umgesetzt haben - in ihren Verbänden fordern sie einhellig nicht die Wahlfreiheit, sondern eine flächendeckende Rückkehr zu G9. Der Philologenverband hält die längere Zeit bis zum Abitur ebenfalls für das bessere pädagogische Konzept, auch die Landesschülervertretung und die Elternbeiräte haben sich entsprechend positioniert.

Mehr als 90 Prozent der Eltern seien gegen G8, sagte die Landesvorsitzende Kerstin Geis. Doch dem Gesetz nach liege die Wahlfreiheit gar nicht wie versprochen bei den Eltern, sondern bei den Schulen.

Städte und Landkreise als Schulträger warnten dagegen vor dem steigenden Bedarf an Schulräumen bei einer Rückkehr zu G9. Die Gymnasien könnten nicht mit Zusatzbauten rechnen. Ohnehin sei der organisatorische Vorlauf zu lang, um schon zum kommenden Schuljahr etwas verändern zu können.

dpa

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