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Hessen Unschuldig in Haft: Land zahlt 74 Menschen Entschädigungen
Mehr Hessen Unschuldig in Haft: Land zahlt 74 Menschen Entschädigungen
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09:40 28.01.2018
An geschlossenen Zellentüren vorbei geht ein Justizbediensteter. Quelle: Boris Roessler/Archiv
Wiesbaden

Im Jahr 2016 waren knapp 150 000 Euro an 62 Betroffene gezahlt worden.

Der Grund für den Anstieg der gezahlten Summe liegt laut Justizministerium vor allem an der Zahl der Anträge und deren Umfang: Sie würden immer häufiger gestellt und wiesen zunehmend mehrere Posten aus. Die durchschnittlich erstatte Entschädigung belief sich 2017 auf knapp 2500 Euro.

Rechtliche Grundlage für die Zahlungen ist das Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen (StrEG). Auf dessen Grundlage wurden 2017 in Hessen insgesamt rund 338 000 Euro gezahlt. Das Gesetz greift neben Inhaftierungen auch beispielsweise bei Führerscheinentzug.

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) fordert deutlich höhere Entschädigungen für Menschen, die zu Unrecht inhaftiert waren. "Die Justiz in Deutschland muss ihre Opfer endlich angemessen entschädigen", sagte DAV-Präsident Ulrich Schellenberg. "Wenn der Staat einen Menschen zu Unrecht seiner Freiheit beraubt, sollte das mit 100 Euro pro Tag entschädigt werden." Für jeden Tag, den ein Mensch unschuldig im Gefängnis verbringt, werden derzeit 25 Euro gezahlt.

dpa

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