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Umstrittener „Kinderknast" soll Betrieb aufnehmen

Kriminalität Umstrittener „Kinderknast" soll Betrieb aufnehmen

Ein geschlossenes Heim für kriminelle strafunmündige Kinder soll ab dem 1. Dezember straffällige Kids aufnehmen.

Sinntal. Kritiker nennen es „Kinderknast" und auch in der hessischen Politik ist es umstritten: ein geschlossenes Heim für kriminelle strafunmündige Kinder. Geht es nach den Trägern, soll die intensivpädagogische Einrichtung im osthessischen Sinntal vom 1. Dezember an die ersten Kinder zwischen 10 und 13 Jahren aufnehmen. Das Jugendamt des Main-Kinzig-Kreises sei derzeit dabei, die Einrichtung zu prüfen, sagte Heim-Leiter Pater Franz Harings der Nachrichtenagentur dpa.

Das Sozialministerium kann diesem Datum aber noch nicht zustimmen: „Uns liegt noch kein Antrag auf Betriebserlaubnis vor", sagte eine Sprecherin am Sonntag. Sie rechnet daher eher mit dem kommenden Jahr. Die Einrichtung ist – seit 1978 das letzte geschlossene Heim dicht gemacht hatte – die erste ihrer Art in Hessen.

Wegen eines Wasserschadens in dem fünf Millionen Euro teueren Neubau hatte sich die Eröffnung um einige Wochen verzögert. In dem geschlossenen Heim können acht Jungen aufgenommen und therapiert werden. Elf Pädagogen stehen dafür bereit. Die Betreuung jedes Kindes kostet 300 Euro pro Tag. In Deutschland gibt es aktuell 370 solcher Therapieplätze für strafunmündige Kinder.

Die Wohngruppe ist dem Jugendhilfezentrum in Sinntal-Sannerz (Main-Kinzig-Kreis) angeschlossen. Träger ist der katholische Salesianerorden Don Bosco. Der Bau der Einrichtung wurde mit 1,3 Millionen Euro vom Land Hessen bezuschusst, das jetzt schwer verhaltensauffällige Kinder nicht mehr in Häuser benachbarter Bundesländer schicken muss.

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