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Trauer im Affenhaus: Drei Bonobos in Frankfurter Zoo tot

Tiere Trauer im Affenhaus: Drei Bonobos in Frankfurter Zoo tot

Traurige Nachrichten aus dem Borgori-Wald, dem Haus der Menschenaffen im Frankfurter Zoo: In den vergangenen Tagen starben zwei Bonobo-Jungtiere. Bonobo-Senior Ludwig musste eingeschläfert werden.

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Bonobo-Nachwuchs Panisco liegt im Gehege des Zoos in Frankfurt am Main.

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Frankfurt. Rückschlag für die Haltung der Bonobo-Affen im Frankfurter Zoo: Drei der Menschenaffen sind in den vergangenen Tagen gestorben, wie Zoodirektor Manfred Niekisch am Mittwoch erklärte. Im Frankfurter Zoo lebt jetzt noch ein gutes Dutzend der ursprünglich in Zentralafrika beheimateten Tiere.

Zwei Jungtiere starben nach einer Infektionserkrankung. "Unsere Tierärztinnen und unsere Tierpfleger haben den größtmöglichen Einsatz gezeigt, aber die Tiere nicht retten können", sagte Niekisch. Eine Untersuchung habe ergeben, dass die dreijährige Tikala und die ein Jahr alte Wolo an einer "sehr schweren Lungen- und Mandelentzündung" litten. Der Infekt habe sich in der gesamten Affengruppe festgesetzt. Die Jungtiere seien allerdings am anfälligsten, da ihr Immunsystem am wenigsten ausgeprägt sei.

Die Zoo-Mitarbeiter hatten eigentlich geglaubt, dass Tikala schon auf dem Weg der Besserung war. Am Samstag starb das Tier dennoch. Auch Wolo, die am Sonntag Krankheitszeichen zeigte, konnte nicht gerettet werden. Wie der Infekt in das Affengehege gelangte und ob er ursprünglich von Menschen übertragen wurde, ist noch unklar. "Die Untersuchungen laufen, aber es dauert ein paar Wochen, bis Ergebnisse vorliegen", sagte Niekisch. Die Affen sind zwar durch Glasscheiben von den Besuchern getrennt, doch ein steriler Bereich ist das Affenhaus nicht.

Mit dem 32 Jahre alten Ludwig verlor der Zoo außerdem einen der ältesten männlichen Bonobos in menschlicher Obhut. Er musste am Montag eingeschläfert werden, nachdem sich sein Zustand seit einiger Zeit immer weiter verschlechtert hatte. Möglicherweise habe das Tier einen Schlaganfall erlitten, hieß es.

Auch wenn Zoo-Mitarbeiter und Besucher traurig sind über den Verlust der drei Tiere: Die Bonobo-Gruppe ist wieder zum Alltag übergegangen. Tikalas Mutter und andere Tiere der Gruppe hatten das tote Jungtier noch mit sich herumgetragen - für Menschenaffen eine Art, Abschied zu nehmen und sich zu überzeugen, dass ihre Artgenossen tot sind. "Sie hatten keine Rolle im Sozialsystem", sagte Niekisch über die jungen Affen.

Der schwächelnde Bonobo-Senior Ludwig wiederum sei schon vor einiger Zeit getrennt von der Gruppe gehalten worden, weil er dort buchstäblich "hinausgebissen" wurde. "Die haben schneller als wir erkannt, dass es mit ihm bergab geht", kommentierte Niekisch die Hierarchie der Stärke in der Affengruppe.

dpa

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