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Hessen Tornado deckt zehn Gebäude ab
Mehr Hessen Tornado deckt zehn Gebäude ab
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18:03 24.08.2010
Feuerwehrleute arbeiten am Dachstuhl eines beschädigten Hauses, nachdem eine Windhose am Montagabend (23.08.2010) durch die Ortschaft Lumda bei Grünberg im Landkreis Gießen gerast ist, zahlreiche Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt hat.

Grünberg. Ein schwerer Wirbelsturm tobte am Montagabend über die Grünberger Stadtteile Reinhardshain und Lumda hinweg. Dabei zerstörte er zahlreiche Dächer, ließ Bäume umknicken und verursachte auf seinem Weg durch die beiden Dörfer immense Sachschäden. Angesichts der verursachten Zerstörung durch aufgewirbelte Gegenstände und weggerissene Dachziegel sprechen die Bewohner von einem „Wunder", dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist.

„Gegen 18:10 Uhr", so eine merklich verschreckte Augenzeugin, „wurde es plötzlich sehr dunkel und windig. Ich hatte Angst rauszugehen, um den Garten und die Einfahrt zu räumen. Minuten später sah ich, wie Dachziegel vom Nachbarhaus abgetragen wurden. Glücklicherweise haben sie mein Haus nicht getroffen."

Schlimmer erging es Familie Linker, die einen Landwirtschaftsbetrieb in Lumda führt. Die Scheune und drei Fahrzeuge trugen schwere Schäden davon. Das Dach der Scheune wurde durch den Orkan fast vollständig abgetragen. „Zum Glück hat es nicht geregnet, sonst wären etwa 300 Tonnen Getreide durch das eintretende Wasser verfault gewesen", erklärt Gerald Linker. Er war zur Zeit der Katastrophe im Haus und hat ferngesehen. „Der Wind kam ganz plötzlich", erzählt er, „und hörte sich wie ein lauter Donner an. Zuvor ist ein großer Schwarm Vögel am Haus vorbeigezogen. Der darauf folgende Sturm dauerte höchstens zwei Minuten. Erst später, als ich auf den Hof ging, habe ich das ganze Ausmaß der Zerstörung gesehen. Gleich darauf haben wir das zerstörte Dach notdürftig abgedeckt, damit das Getreide trocken bleibt."

Viele Betroffene können das Ausmaß und die Kosten der Schäden nicht abschätzen. Die Polizei schätzte den Gesamtschaden zunächst auf mehrere Hunderttausend Euro. Feuerwehr und THW waren mit mehr als 100 Kräften im Einsatz.

von MIchael Nudelmann

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