Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hessen Studenten und Schüler protestieren für bessere Bildung
Mehr Hessen Studenten und Schüler protestieren für bessere Bildung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:15 17.11.2011
Schüler- und Studentenproteste in Hessen. Foto: Boris Roessler

Frankfurt. In Frankfurt gingen nach Polizeiangaben etwa 900 Studierende auf die Straße. Es sei laut gewesen, aber friedlich, sagte ein Sprecher. Die Protestierenden zogen von der Universität durch die Innenstadt zur Fachhochschule und machten auch beim Zeltlager der Kapitalismus-Kritiker der Occupy-Bewegung vor der Europäischen Zentralbank Stopp. Sie forderten unter anderem eine gerechtere Bildungspolitik. Auf Transparenten waren Parolen zu lesen wie "Weiterdenken" und "Kritisches Denken statt Pauken, Fressen und Vergessen".

In Darmstadt formierten sich nach Polizeiangaben rund 700 Schüler und Studenten zu einem friedlichen Sternmarsch durch die Innenstadt. "Für Solidarität und freie Bildung" lautete das Motto. In Kassel protestierten nach Polizeiangaben rund 40 Studierende vor dem Rathaus friedlich gegen überfüllte Hörsäle. In Marburg waren etwa 300 Demonstranten unterwegs.

Die Initiative "Bildungsstreik" hatte unter anderem im Internet zu bundesweiten Aktionen aufgerufen, an denen sich Studierende in fast 40 Hochschulstädten beteiligten wollten. Sie schließt sich nach eigenen Angaben der "Global Weeks of Action for Education" an, einer internationalen Bewegung von Schülern und Studenten. Vom 7. bis 20. November setzen sich Jugendliche weltweit für Solidarität und freie Bildung ein.

Angesichts der Proteste in ganz Deutschland forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von Bund und Ländern, die Hochschulen auf den Ansturm von immer mehr Studienanfängern vorzubereiten. Im laufenden Wintersemester fehlten 50 000 Studienanfängerplätze, erklärte GEW-Vorstand Andreas Keller am Donnerstag in Berlin. Gleichzeitig blieben in den Numerus-Clausus-Fächern wieder Plätze unbesetzt, weil Hochschulen und Politik das «Zulassungschaos» nicht in den Griff bekämen. Mehrere Politiker verschiedener Parteien unterstützten die Anliegen der Demonstranten.