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Hessen Streik am Flughafen Frankfurt verschärft - Drohung für nächste Woche
Mehr Hessen Streik am Flughafen Frankfurt verschärft - Drohung für nächste Woche
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10:16 17.02.2012
Frankfurt/Main

Wenn der Betreiber Fraport nicht einlenke, werde in der kommenden Woche "definitiv" weitergestreikt, erklärte der Tarifvorstand der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), Markus Siebers, am Freitag. "Wir werden nicht zurückstecken."

Die Gewerkschaft werde erneut 24 Stunden vorher warnen und möglicherweise die Streikdauer ausdehnen. Am Wochenende werde es voraussichtlich keinen Ausstand geben, so dass alle Beteiligten nachdenken könnten, sagte Siebers. Fraport-Sprecher Jürgen Harrer forderte die GdF hingegen erneut auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Am Freitagmorgen waren von den rund 1.300 geplanten Flugbewegungen bereits 280 durch die Fluggesellschaften annulliert worden. Der Streik hatte wie angekündigt um 8 wieder eingesetzt und sollte bis 22 Uhr andauern. Die Terminals am größten deutschen Flughafen waren voll, zahlreiche Passagiere wollten ihre Verbindungen umbuchen oder hofften doch noch auf einen Start zu ihrem Ziel. Vor allem die innerdeutschen Verbindungen wurden durch die Bahn ersetzt, während die Interkontinentalverbindungen bevorzugt rausgingen.

Man werde auch am Freitag mindestens die Hälfte des Flugbetriebs sicherstellen, sagte der Fraport-Sprecher. Dies gelte auch für angedrohte Streiktage in der kommenden Woche.

Am Donnerstag war es in sieben Stunden Streik laut Fraport zu 172 Flugausfällen gekommen, während die Gewerkschaft die Zahl deutlich höher bei mindestens 250 ansetzte. In der Zeit waren ursprünglich 526 Flüge geplant gewesen. Übernachten auf dem Flughafen musste niemand. "Wir haben die Situation gut gemeistert", sagte der Fraport-Sprecher.

Das öffentlich kontrollierte MDax-Unternehmen will die Forderungen nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die rund 200 Vorfeldlotsen, Einweiser und Verkehrsdisponenten nicht akzeptieren. Es hat daher auch einen Schlichterspruch des früheren Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Ole von Beust, abgelehnt, der ebenfalls deutlich Verbesserungen für die Beschäftigten vom Vorfeld vorgeschlagen hatte.

dpa