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Hessen Starker Anstieg psychisch bedingter Frührenten
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17:30 07.12.2011

Frankfurt. Das waren 14 Prozent mehr als 2009 und sogar 38 Prozent mehr als 2008, wie die Techniker Krankenkasse (TK) Hessen am Mittwoch in Frankfurt auf der Basis von Zahlen der Deutschen Rentenversicherung mitteilte. Frauen (3181) waren 2010 stärker betroffen als Männer.

Rund elf Prozent der psychisch bedingten Frührenten werden an Menschen gezahlt, die wegen ihrer Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten oder Drogen nicht mehr arbeiten können. In Hessen waren das im vergangenen Jahr 642 Menschen - drei Viertel davon sind Männer.

Die Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen, Barbara Voß, bezweifelt, dass die Betroffenen durch Frühberentungen entlastet werden. "Viele Menschen finden in ihrer Arbeit Halt und Bestätigung. Wird ihnen diese genommen, kann die psychische Belastung sogar zunehmen." Anstatt Menschen frühzeitig in Rente zu schicken, wäre es wichtiger, rechtzeitig einem belastenden Arbeitsumfeld und dessen gesundheitlichen Folgen wie Burnout oder Sucht entgegenzuwirken, sagte Voß laut Mitteilung. "Auch ist es wichtig, psychische Erkrankungen im Unternehmen nicht zu tabuisieren und über die individuellen psychosozialen Beanspruchungen am Arbeitsplatz zu sprechen."