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Staatsanwaltschaft: Betrügerischer Patient soll in Haft

Prozesse Staatsanwaltschaft: Betrügerischer Patient soll in Haft

Ein mutmaßlicher Krankenhausbetrüger soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft Frankfurt für drei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Diese Haftstrafe forderte sie am Mittwoch beim Verhandlungsauftakt vor dem Landgericht Frankfurt.

Frankfurt/Main. Die Verteidigerin beantragte eine Bewährungsstrafe. Das Urteil soll am 9. Februar verkündet werden. Ein 49 Jahre alter, vorbestrafter Betrüger soll mit einem mehrmonatigen Krankenhausaufenthalt eine Frankfurter Klinik um knapp 54 000 Euro geschädigt haben.

Der an mehreren Krebserkrankungen leidende Patient hatte sich im Juni 2015 mit akuten Beschwerden in der Klinik gemeldet und war daraufhin mehrfach an einem Tumor im Bauch operiert worden. Zunächst gab er an, in Frankreich privat versichert zu sein. Forderungen nach Zahlungsvorschüssen wich er mehrfach aus. Stattdessen erreichte er in der Klinik auch noch Chefarztbehandlung und die Unterbringung in einem Zweibett-Zimmer. Als er nach zwei Monaten entlassen wurde, blieb die Klinik auf den Behandlungskosten von 53 800 Euro sitzen.

Nur fünf Wochen vor dem Frankfurter Fall war der Mann in einem Darmstädter Krankenhaus auf die gleiche Weise aufgefallen und Behandlungskosten von rund 20 000 Euro schuldig geblieben. Vor Gericht behauptete er, als Selbstständiger früher privat versichert gewesen zu sein. Infolge fehlender Einnahmen aber habe er die horrenden Beiträge irgendwann einmal nicht mehr zahlen können. Auf den Gedanken, sich gesetzlich versichern zu lassen, kam er dabei offenbar aber nicht.

dpa

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