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Spektakuläre Sprengung von Brückenpfeilern: Verzögerung

Verkehr Spektakuläre Sprengung von Brückenpfeilern: Verzögerung

Alles ist minuziös vorbereitet - und doch klappt nicht alles sofort. Eine Sprengaktion bringt bei Limburg die riesigen Pfeiler einer alten Brücke zu Fall. Zwei Betontürme bleiben etwas länger stehen als geplant. Und einige Wohnwagenbesitzer haben neuen Ärger.

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Brückenpfeiler der alten A3 Lahntalbrücke (l).

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Limburg. Sechs große Pfeiler einer alten Autobahnbrücke bei Limburg sind trotz einer Panne gesprengt worden. Um kurz vor 9.00 Uhr am Sonntagmorgen fielen zunächst vier 30 bis 50 Meter hohe Betonbauwerke nacheinander um. Es kam zu einer Verzögerung - die weiteren zwei Pfeiler sanken erst etwa eine halbe Stunde später zu Boden. Laut Polizei hatten herabstürzende Betonbrocken ein Zündkabel für die zwei letzten Säulen beschädigt.

Es gab eine gewaltige Staubentwicklung bei der Aktion, die eine der spektakulärsten Sprengaktionen der vergangenen Jahre in Hessen war. Umherfliegende Betonbrocken beschädigten nach Angaben der Polizei leicht mehrere Wohnwagen auf einem geräumten nahen Campingplatz. Einige landeten auch auf der gesperrten neuen Autobahnbrücke direkt daneben.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) war an Ort und Stelle. Er zeigte sich im hr-Fernsehen erleichtert, dass sich die Sprengung nicht noch viel länger mit weitaus größeren Autorückstaus hingezogen habe. Wegen der Aktion war der Verkehr auf der A3 (Frankfurt-Köln) unterbrochen worden. In beide Richtungen bildeten sich im Rückreiseverkehr vieler Sommerurlauber laut Polizei Staus von mehreren Kilometern Länge.

Auch der Schiffsverkehr auf der Lahn ruhte. Ein Gebiet im Radius von 250 Metern rund um die einst 30 bis 50 Meter hohen Brückenpfeiler war geräumt worden. Etwa 250 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Für die Sprengung waren in jeden Pfeiler rund 130 Löcher gebohrt und mit Dynamit gefüllt worden. Ein Polizeihubschrauber überwachte die Lage.

Viele Schaulustige hatten sich eingefunden - trotz einer vorherigen Warnung eines Sprechers von Hessen Mobil: "Durch den Standort der Brücke und die Vegetation gibt es außerhalb der Sperrzone wenig freien Blick auf die Pfeiler."

Die alte Lahntalbrücke war 1964 gebaut worden. Die gesprengten Brückenteile werden weiter zerkleinert und abtransportiert, bis Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Der Rückbau der alten Lahnbrücke hatte bereits 2015 begonnen. Die Pläne eines Investors, auf ihr spektakulär Wohnungen zu errichten, hatten sich zerschlagen.

Die neue, direkt nebenan gebaute Autobahnbrücke wurde Ende 2016 in Betrieb genommen. Über das etwa 450 Meter lange Bauwerk rollen Schätzungen zufolge täglich fast 100 000 Autos.

Zuletzt waren in Hessen im Februar 2016 in Wetzlar zwei Türme eines früheren Zementwerks gesprengt worden. Für viel Aufsehen hatte auch 2014 die Sprengung des alten Frankfurter Uni-Turms gesorgt. Es war bis dato mit 116 Meter Metern das höchste Gebäude, das je in Europa mit Sprengstoff zum Einsturz gebracht wurde.

dpa

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