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Hessen Sozialministerium will mehr „Bufdis" in Hessen
Mehr Hessen Sozialministerium will mehr „Bufdis" in Hessen
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16:00 28.11.2011
Bundesfreiwilligendienst läuft besser als erwartet. Archivfoto: Andreas Gebert

Fulda. Hessen liege mit seinen Zahlen im Durchschnitt. Nach Angaben des Bundesamtes in Köln sind derzeit mehr als 1.100 „Bufdis" in Hessen im Dienst.

Für das Hessische Sozialministerium ist der Zuspruch ausbaubar. «Wir gehen davon aus - und halten dies auch für wünschenswert -, dass sich die Zahl noch erhöhen wird», sagte eine Sprecherin in Wiesbaden. Trotz hoher Bundesförderung seien die Zahlen vergleichsweise gering.

Kreuter bilanzierte mit Blick auf Deutschland: „Es läuft besser als erwartet. Wir haben ein ungebremstes Wachstum." Der BFD war im Juli als Nachfolger des Zivildienstes eingeführt worden. Einige Sozialverbände hatten Bedenken angemeldet, ob der BFD so schnell die Lücke schließen könne. Mittlerweile äußern sich die großen Verbände, die früher die meisten „Zivi"-Plätze anboten, überwiegend zufrieden.

Derzeit engagierten sich mehr als 26 000 Freiwillige im BFD, sagte Kreuter. So ist das von der Bundesregierung gesteckte Ziel von 35.000 Freiwilligen im Jahr 2012 gut realisierbar. Jede Woche erreichten das zuständige Bundesamt in Köln rund 1.000 neue Anmeldungen.

Zusammen mit anderen Diensten wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und dem Ökologischen Jahr seien derzeit mehr als 70.000 Freiwillige bundesweit aktiv. «Eine Erfolgsgeschichte», aus Sicht von Kreuter. Zuletzt waren im Jahresdurchschnitt mehr als 40.000 Zivis beschäftigt. 4.000 Menschen machen derzeit ein FSJ in Hessen.

Der Umstieg vom Zivil- auf den Bundesfreiwilligendienst sei gelungen. „Nirgendwo ist etwas dramatisch zusammengebrochen, kein Rettungswagen ist in der Garage geblieben und kein Altenheim geschlossen worden", sagte der Bundesbeauftragte. Wie viele Plätze noch besetzt werden müssten, könne man nicht sagen, da es keinen Stellenplan gebe. Kreuter sagte, dass der BFD auch gut von Älteren angenommen werde. Jeder Fünfte sei älter als 27 Jahre. Chancen biete der Dienst, der 6 bis 24 Monate dauern kann, auch für Langzeitarbeitslose.

Wegen der großen Nachfrage gebe es nun Luxusprobleme. So seien die Kapazitäten von Seminarhäusern mitunter erschöpft. „Wir werden sicher auch an Haushaltsgrenzen stoßen. Denn wir haben mehr Freiwillige als den Planungen ursprünglich zugrunde lagen", sagte Kreuter.

Ein Sprecher des Bundesamtes in Köln räumte Anlaufschwierigkeiten ein, „weil zwischen dem Gesetz und dem Start des Dienstes nicht viel Zeit vergangen ist. Das musste erst in die Köpfe der Menschen. Auch die Dienststellen mussten einsehen, dass sie sich melden und engagieren müssen, und Ihnen nicht einfach Zivis zugeführt werden."