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Selbst ernannter Magier bekommt mildere Strafe

Prozesse Selbst ernannter Magier bekommt mildere Strafe

Das Landgericht Kassel hat einen selbst ernannten Magier zu drei Jahren Haft verurteilt. Davon würden sechs Monate schon als verbüßt gelten, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch.

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Eine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia.

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Kassel. Die Strafe in dem Berufungsverfahren fiel damit geringer aus als in der ersten Instanz. Das Amtsgericht Kassel hatte 2015 den Mann wegen Wuchers in 28 Fällen zu dreieinhalb Jahren verurteilt. Er hatte über Jahre eine psychisch kranke Frau ausgebeutet und ihr für Rituale hohe Geldbeträge abgeknöpft. Die Frau aus wohlhabendem Haus war zum Sozialfall geworden.

Bei dem neuen Urteil sei die lange Verfahrensdauer berücksichtigt worden, sagte der Gerichtssprecher. Zugute kam dem Angeklagten auch, dass er seine Berufung am zweiten Verhandlungstag auf das Strafmaß reduziert hatte. Das war kein Geständnis, gilt aber als formale Anerkennung der Schuld. Dem Opfer hatte er eine erneute Aussage erspart und den Prozess maßgeblich verkürzt.

Die Taten gehen bis ins Jahr 2000 zurück: Damals hatte die Frau aus einer Familie mit Millionenvermögen die Hilfe des vermeintlichen Magiers gesucht. Sie hatte schwere Schicksalsschläge erlitten. Der Mann hatte vorgegeben, sie mit Ritualen und Schutzkreisen vor weiterem Unheil schützen zu können. Das Opfer hatte ihm immer wieder Zehntausende Euro übergeben und sogar Häuser verkauft, um an Geld zu kommen. Vor Gericht ging es aber nur um 205 000 Euro, die im Zeitraum zwischen Juli 2008 bis August 2009 geflossen sein sollen.

dpa

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