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Schlichten und fahren: Busse ab Montag wieder unterwegs

Verkehr Schlichten und fahren: Busse ab Montag wieder unterwegs

Während einer Schlichtung herrscht Friedenspflicht. Und deswegen werden am Montag in vielen hessischen Städten erstmals seit längerer Zeit wieder die Busse aus den Depots geholt. An geheimem Ort suchen Arbeitgeber und -nehmer derweil nach einer Lösung im Tarifkonflikt.

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Leer ist die Anzeigetafel der Bushaltestelle am Schloss in Darmstadt.

Quelle: Susann Prautsch/Archiv

Frankfurt/Main. Nach zwei Wochen können viele Pendler, Schüler und deren Eltern in Hessen aufatmen: Die Busse fahren ab Montagmorgen wieder. Im Tarifkonflikt der Busfahrer beginnt am (morgigen) Montag die Schlichtung - und damit herrscht erst einmal Friedenspflicht. Die Gespräche sollen nach Angaben von Verdi an einem geheimen Ort stattfinden.

Verdi setzt auf einen erfolgreichen Abschluss der Gespräche. "Wir hoffen sehr, dass wir noch mehr aufeinander zugehen können und dass die Schlichter Wege finden, wie wir zu einer Einigung kommen", sagte Verdi-Sprecherin Ute Fritzel am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. In Flugblättern wollten die Busfahrer am Montag nach ihrer Rückkehr zur Arbeit bei den Fahrgästen um Verständnis für den Ausstand werben und sich zugleich bei allen bedanken, die ihre Aktion unterstützt hätten, kündigte Fritzel an.

Am Wochenende benannte Verdi den ehemaligen SPD-Landtagsabgeordneten Rudolf Hausmann aus Baden-Württemberg als Schlichter. Der 62-jährige Tarifexperte hatte laut Verdi lange bei der Gewerkschaft ÖTV gearbeitet, bevor er hauptberuflich in die Politik wechselte. Nach seiner Abgeordnetentätigkeit leitete er mehrere Jahre den Fachbereich Verkehr bei Verdi in Baden-Württemberg. Die Arbeitgeber, der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmen, hatten bereits am Freitag den ehemaligen RMV-Geschäftsführer Volker Sparmann zum Schlichter berufen.

Der Streik war auch am Wochenende fortgesetzt worden und hatte unter anderem den Besuchern des Bundesliga-Spiels zwischen Darmstadt 98 und Borussia Mönchengladbach die Anreise zum Stadion am Böllenfalltor erschwert, da in der südhessischen Stadt auch keine Straßenbahnen fuhren. Um dennoch zum Stadion zu kommen, schlossen sich viele Fans zu Fahrgemeinschaften zusammen oder nahmen längere Fußwege in Kauf.

Das Schlichtungsverfahren dauert bis 5. Februar und soll Bewegung in den Tarifstreit bringen. Es geht um die Vergütung und die Arbeitsbedingungen der Busfahrer. Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Erhöhung des sogenannten Ecklohns auf 13 Euro bis zum 1. Januar 2019 angeboten. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Anhebung des Stundenlohns von derzeit 12 auf 13,50 Euro.

Der Streik hatte in vielen Familien das Leben durcheinander gewirbelt. Vielerorts mussten Eltern einspringen, um ihre Kinder bei Eiseskälte zur Schule zu bringen. Auch die Freizeitplanung gestaltete sich schwierig. Besonders betroffen waren die Städte Frankfurt, Darmstadt, Hanau, Offenbach, Marburg, Gießen und Fulda.

dpa

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