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Hessen "Satanische Verse"-Inszenierung begeistert in Wiesbaden
Mehr Hessen "Satanische Verse"-Inszenierung begeistert in Wiesbaden
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05:53 20.05.2016
Der Autor Salman Rushdie. Quelle: Arne Dedert/Archiv
Wiesbaden

Die Aufführung am Donnerstagabend fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Grund dafür ist ein 1989 von Ajatollah Khomeini per Fatwa verhängtes Todesurteil gegen den britisch-indischen Autor wegen angeblicher Gotteslästerung.

Die Besucher der Theaterpremiere ließen Personenkontrollen gelassen über sich ergehen. Etwa ein Dutzend Sicherheitsleute waren in den Zuschauerreihen leicht an ihrem Knopf im Ohr und ernsten Blicken zu erkennen. "Alles ist weniger spektakulär als es klingt, und es gab auch keine konkreten Drohungen", sagte eine Sprecherin des Staatstheaters.

Entsprechend konnten sich die Theatergänger ganz auf die gut dreistündige Inszenierung des irakisch-deutschen Regisseurs Ihsan Othmann konzentrieren. Sie erlebten einen kurzweiligen und eindrucksvollen Theaterabend. Ein starkes siebenköpfiges Ensemble vollbrachte Höchstleistungen und nahm das Publikum mit auf eine Reise in die Welt der Religion mit durchaus vorhandener, aber subtil vermittelter Islamkritik. In einem Wechselbad zwischen leisen Tönen und großem Getöse ging es aber auch genauso um Philosophie, Poesie und um die persönlichen Dramen des Lebens. Langer und kräftiger Applaus belohnte alle Beteiligten für das Wagnis, den brisanten Stoff in unruhigen Zeiten auf die Bühne gebracht zu haben.

dpa