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SPD-Politiker Feldmann ist neuer Frankfurter OB

Wahlen SPD-Politiker Feldmann ist neuer Frankfurter OB

Mit überraschend großem Vorsprung ist am Sonntag Peter Feldmann von der SPD zum neuen Frankfurter Oberbürgermeister gewählt worden. Bei der Stichwahl in Hessens größter Stadt kam der 53-jährige Sozialpolitiker auf 57,4 Prozent der abgegeben Stimmen.

Frankfurt/Main. Der favorisierte CDU-Kandidat, Hessens Innenminister Boris Rhein, erreicht lediglich 42,6 Prozent. Damit holte Feldmann nach 17 Jahren den OB-Posten in der 700-000-Einwohner-Stadt wieder für die SPD zurück. Die seit 1995 amtierende CDU-Politikerin Petra Roth (67) hatte Ende vergangenen Jahres vorzeitig ihren Rückzug angekündigt.

Im Wahlkampf hatte Feldmann in der Finanzmetropole mit der Forderung nach erschwinglichen Wohnungen und dem Kampf gegen Kinder- und Altersarmut gepunktet. Beim Thema Fluglärm forderten beide ein absolutes Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 5.00 Uhr morgens, Feldmann will jedoch zusätzlich noch zwei Stunden Entlastung in den Randzeiten erreichen.

Rhein hatte im ersten Wahlgang vor zwei Wochen mit zehn Bewerben noch 39,1 Prozent der Stimmen erzielt. Mit 33,0 Prozent hatte Feldmann jedoch bereits am 11. März überraschend gut abgeschnitten. In der Stichwahl kämpften beide Kandidaten um die Stimmen der Grünen. Deren Kandidatin Rosemarie Heilig war im ersten Wahlgang nur auf 14 Prozent gekommen.

Als OB muss Feldmann jedoch gegen mit dem schwarz-grünen Magistrat in Frankfurt kooperieren. Die SPD ist im Parlament als drittstärkste Kraft Opposition. Die Grünen hatten auf eine offizielle Wahlempfehlung verzichtet. Grüne Dezernenten hatten jedoch zur Wahl Rheins aufgerufen. Er werde mit dem Magistrat, und nicht gegen ihn arbeiten, kündigte Feldmann an.

"Das ist der absolute Hammer", reagierte Feldmann auf seinen Sieg. Sein Kontrahent Rhein zeigte sich sehr enttäuscht. "Es wird sich jetzt erweisen, was Herr Feldmann liefern kann und was nicht", sagte Rhein. Die schwarz-grüne Mehrheit sei für die Stadt sehr wichtig.

Hessens Regierungschef und CDU-Landeschef Volker Bouffier sprach von "einem bitten Tag" für die hessische Union. "Ich kann mir das Ergebnis noch nicht erklären", sagte Bouffier. Rhein habe toll gekämpft. Dagegen sprach Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel von einem "grandiosen Abend". Das Comeback in Frankfurt sei ein "Meilenstein". Das Ergebnis sei auch auch den Unterstützern von Grünen, Piraten und Flughafenausbaugegnern zu verdanken.

Rund 463 000 Frankfurter waren zur Direktwahl des neuen Rathauschefs aufgerufen. 34,5 Prozent machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Vor zwei Wochen hatte die Wahlbeteiligung bei 37,5 Prozent gelegen.

dpa

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