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Rhöntrasse wird wegen Naturschutz-Bedenken nicht gebaut

Verkehr Rhöntrasse wird wegen Naturschutz-Bedenken nicht gebaut

Die Pläne für den Neubau einer Bundesstraße durch das Biosphärenreservat Rhön in Thüringen und Hessen sind vom Tisch. Der Bund habe die 57 Kilometer lange Trasse (B 87n) zwischen Meiningen und Fulda abgelehnt, bestätigte das Thüringer Verkehrsministerium am Montag Medienberichte.

Fulda/Erfurt. Gegen den Trassenverlauf in Hessen hätte es erhebliche Naturschutz-Bedenken gegeben. Die Rhön mit ihrem Biosphärenreservat gilt als sensibles Gebiet mit seltenen Pflanzen und Tieren. Thüringen wolle sich demnächst mit Hessen zusammensetzen, um über Alternativvarianten zu beraten, sagte ein Ministeriumssprecher in Erfurt.

 Die Thüringer Linke-Fraktion forderte ein naturverträgliches Verkehrskonzept für die Region. Dazu sollten unter anderem Ortsumgehungen gehören. Die Thüringer Grünen und der BUND Thüringen begrüßten ebenfalls das Aus für die Rhöntrasse. Damit werde nach jahrzehntelangem Ringen endlich ein Schlussstrich unter ein unsinniges Projekt gezogen, erklärte Landesgeschäftsführer Burkhard Vogel. Die Trasse hätte eine Schneise quer durch die Rhön geschlagen und diesen einzigartigen Naturraum dauerhaft zerstört.

 Die Grünen erklärten, bei diesem "Projekt-Dinosaurier" hätten die Gesamtkosten von rund 120 Millionen Euro in keinem Verhältnis zu den verhältnismäßig niedrigen Verkehrszahlen gestanden. Die Bundesstraße 87n war seit 1996 geplant.

 Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU) sagte laut Mitteilung: "Jetzt sind die Länder Hessen und Thüringen am Zug zu entscheiden, ob das Thema weiter angefasst wird und wie das konkret und bis wann umgesetzt werden soll." Er ergänzte: "Es macht keinen Sinn, ein totes Pferd weiter reiten zu wollen, wir müssen diese Einwände ernst nehmen und mögliche Alternativen bedenken." Brand hatte nach Hinweisen auf massive Bedenken des Bundes gegen die Trasse auch formal die Bundesregierung nach dem Stand der Planungen befragt.

 Brand will nun alle Beteiligten zeitnah zu einem Runden Tisch einladen, um mit Kommunen, Wirtschaft und politischen Entscheidern die Lage und nächste Schritte sachlich zu erörtern.

dpa

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