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Relativ ruhige Silvesternacht in Hessen

Jahreswechsel Relativ ruhige Silvesternacht in Hessen

Terrorangst und Kälte haben die Neujahrsnacht in Hessen verändert. Draußen wird weniger gefeiert - dafür ist viel mehr Polizei im Einsatz. In Frankfurt gibt es einige Festnahmen.

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Polizisten sichern in der Silvesternacht den Römerberg in Frankfurt am Main.

Quelle: Boris Roessler/dpa

Frankfurt/Wiesbaden/Kassel. Unter Polizeischutz haben Zehntausende Menschen in Hessen friedlich den Jahreswechsel gefeiert. Die Behörden berichteten fast überall von einer sehr ruhigen Nacht. Es waren aber weit weniger Menschen unterwegs als im Vorjahr. In den großen Städten - vor allem in Frankfurt - waren die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlag in Berlin massiv verstärkt worden. Möglicherweise habe auch die Kälte die Menschen mehr zu Hause feiern lassen, sagte ein Polizeisprecher in Kassel. Getrübt wurde die Bilanz durch mehrere Brände mit Millionenschaden.

In FRANKFURT kamen in der Neujahrsnacht weniger als 5000 ans Mainufer und den Eisernen Steg, wo sonst jedes Jahr mehrere Zehntausende hinpilgern. Alle mussten eine von vier Einlassstellen passieren und durften keine Feuerwerkskörper in diesen Sicherheitsbereich mitnehmen. Betonsperren sicherten Straßenzufahrten in dieses Gebiet ab, um Anschläge zu verhindern. Rund 600 zusätzliche Beamte wurden eingesetzt, die auch Übergriffe auf Frauen und Mädchen wie im vergangenen Jahr am Mainufer verhindern sollten.

Fünf Männer wurden wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung festgenommen. Aus der Gruppe soll ein 30-Jähriger kurz nach Mitternacht einer 25-jährigen Frau in der Nähe des Mainufers an den Po gegriffen haben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Gegen alle fünf sei ein Strafverfahren eingeleitet worden.

Derzeit gebe es keine Hinweise auf mögliche weitere sexuelle Belästigungen, sagte eine Polizeisprecherin. Im vergangenen Jahr hatten Frauen am Eisernen Steg mehr als 60 entsprechende Delikte angezeigt.

Insgesamt hat die Frankfurter Polizei in der Neujahrsnacht 62 Verfahren eingeleitet, vor allem wegen Drogenvergehen und Körperletzung. Die neue Strategie mit Videoüberwachung am Eisernen Steg habe sich bewährt, hieß es.

Keine besonderen Vorkommnisse gab es in WIESBADEN, wo sich rund 3000 Menschen auf dem Bowling Green beim Kurhaus versammelten. Dort hatte die Polizei wie in Frankfurt einen Sicherheitsbereich - ohne Feuerwerk - verfügt. Fast alle hätten dafür Verständnis gehabt, berichtete die Polizei.

"Die Silvesternacht war insgesamt verhältnismäßig ruhig", sagte ein Polizeisprecher in DARMSTADT. Sexuelle Übergriffe wurden nicht angezeigt. In KASSEL war es außergewöhnlich ruhig an Silvester. Öffentliche Veranstaltungen wurden dort nicht so stark besucht wie erwartet, sagte ein Polizeisprecher.

Bei mehreren Bränden in der Neujahrsnacht entstand hessenweit ein insgesamt hoher Sachschaden. Einen Großeinsatz löste der Brand eines Dachstuhls in einem Mehrfamilienhaus im südhessischen Langen aus. Niemand wurde verletzt. Die Polizei sprach jedoch von einem Schaden in Millionenhöhe.

In einem Parkhaus in Kelkheim (Main-Taunus-Kreis) fielen sieben Autos und mehrere Mopeds einem Feuer zum Opfer. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache war zunächst unklar, wie die Polizei am Sonntag in Wiesbaden mitteilte. Feuerwehren aus mehreren Städten waren beim Löschen der Flammen im Einsatz. Der Schaden wird auf rund 400 000 Euro beziffert. Auf dem Feldberg im Taunus geriet - offenbar durch Feuerwerkskörper - eine Wiese in Brand. Dieser konnte jedoch schnell gelöscht werden.

In Bad Nauheim wurden vier Menschen durch Rauchgase in einem mehrstöckigen Wohnhaus verletzt. Über eine Drehleiter brachte die Feuerwehr zwölf Bewohner in Sicherheit. Die Ursache für die Rauchentwicklung war zunächst unklar. Wie die Polizei in Gießen mitteilte, beläuft sich der Sachschaden auf rund 300 000 Euro.

Im Fuldaer Ortsteil Bernhards brannte am frühen Neujahrsmorgen das Dachgeschoss eines Wohnhauses aus. Die Hausbewohner konnten unverletzt das Gebäude verlassen. Die Flammen hatten von einer Lagerstelle für Brennholz auf das Haus übergegriffen. Der Schaden wird von der Polizei auf über 150 000 Euro geschätzt.

dpa

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