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Hessen Rekordzahlen bei Studierenden
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14:16 11.04.2012
Viele Studenten führen zu vollen Hörsälen wie hier in Marburg an der Philipps-Universität. Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
Frankfurt

Bereits im vergangenen Winter waren Rekordzahlen gemeldet worden.

"Von Erleichterung ist da keine Spur", heißt es unter anderem an der FRANKFURTER Goethe-Universität. Die Zahl der Neulinge ist aber im Sommersemester traditionell niedriger als im Wintersemester, in dem unter anderem deutlich mehr und beliebtere Studiengänge beginnen.

Im Sommersemester 2011 hatten 6157 Erstsemester an den hessischen Hochschulen losgelegt, der Zuwachs lag da schon bei rund zehn Prozent. Insgesamt haben im gesamten vergangenen Jahr mehr als 40 000 Studenten ein Hochschulstudium begonnen, so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Studenten insgesamt hatte die 200 000-Marke bereits überschritten. Auch in diesem Jahr haben die Statistiker mit Rekorden gerechnet, denn 2012 machen die ersten Gymnasiasten schon nach acht Jahren Abitur. Hessen führt die verkürzte Schulzeit in drei Stufen ein.

Die größte Hochschule des Landes, die FRANKFURTER Stiftungsuniversität, zählt in diesem Sommer insgesamt rund 40 200 Studenten, das sind 2000 mehr als im vergangenen Sommer. Während sich vor einem Jahr 3388 meist jüngere Männer und Frauen für einen der Studiengänge eingeschrieben hatten, waren es zum Semesterbeginn Anfang April 3543 (Stand 30. März). Besonders begehrt: die Studiengänge Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

"Die Hochschulen ächzen unter den steigenden Zahlen", sagte Frankfurts Uni-Pressereferent Dirk Frank. Dies sei allerdings auch von der Politik gewollt: "Es gibt einen Fachkräftemangel, und Akademiker sind auf dem Arbeitsmarkt einfach besser zu vermitteln." Auf die Universitäten kämen aber schwierige Jahre zu: "Der demografische Rückgang heißt nicht automatisch auch, dass die Zahl der Studenten zurückgeht", sagte Frank.

"Durch die vielen Studenten gibt es eine große Raumnot", klagt auch Florian Muhs. Der Referent für Studienbedingungen des Frankfurter AStA kennt extreme Beispiele: "Ich habe bereits davon gehört, dass ein Seminar in einem Abstellraum gehalten wurde, wo normal Putzgeräte stehen." Traditionell überlaufen seien vor allem die Bereiche der Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften. Aber: "Dieser Trend strahlt jetzt auch auf die anderen Fachbereiche aus", sagte der 22-jährige Politik- und Jura-Student der dpa.

Die FRANKFURTER Fachhochschule zählt im beginnenden Sommersemester insgesamt 10 166 eingeschriebene Studierende - das sind 596 mehr als im Vorjahr. Davon sind 955 Erstsemester, eine Steigerung um 98 im Vergleich zum Vorjahr.

Zuwächse gibt es auch in MARBURG und WIESBADEN: An der mittelhessischen Philipps-Universität nahm die Zahl der Erstsemester von 1711 auf 1785 zu, insgesamt studieren somit in diesem Sommer 21 548 Menschen in Marburg (Sommer 2011: 20 860). An der Wiesbadener Hochschule RheinMain (Fachhochschule) haben Mitte März 1174 Erstsemester mit dem Studium begonnen (Sommersemester 2011: 1052). Insgesamt sind dort 9933 Studenten eingeschrieben, das sind rund zehn Prozent mehr als im Sommersemester des Vorjahres.

"Die aktuellen Zahlen spiegeln die weiterhin kontinuierliche Zunahme der Studierenden an der Hochschule RheinMain wider", warnt FH-Präsident Prof. Detlev Reymann. Die sei "eine Entwicklung, die meines Erachtens nach länger anhalten wird als es die hessische Wissenschaftspolitik vorhersagt". Es gebe deshalb an seiner Hochschule keine Entwarnung bei finanziellen und auch räumlichen Engpässen.

An der Uni KASSEL beginnen traditionell nur wenige Studiengänge zum Sommersemester. Neue Studierende nehmen nur die Fachbereiche Elektrotechnik/Informatik und Ökologische Agrarwissenschaften auf. In diesem Sommersemester hat die Uni mit 658 Erstsemestern (Stand 9. April) nahezu genauso viele Neulinge wie vor einem Jahr (652). Allerdings wird die Uni im Sommersemester mit knapp 20 200 Eingeschriebenen rund 900 Studenten mehr zählen als noch im Sommersemester 2011, wie eine Sprecherin sagte.

Die Uni GIESSEN begrüßt zum Semesterbeginn weitere 903 Neulinge. Damit hat die Uni deutlich mehr als 25 000 Studierende - auch hier ein Rekordwert, wie eine Sprecherin sagte. Die beliebtesten Fächer: Medizin und Geografie.

Die Technische Hochschule Mittelhessen kommt zum Sommersemester an den Standorten GIESSEN, FRIEDBERG und WETZLAR zusammen auf 896 neue Studenten, insgesamt sind es 12 635 (Stand: 16. März). Das sind vor allem wegen der neuen Zulassungsbeschränkung im Fach Bauingenieurwesen rund 40 Studienanfänger weniger als im vergangenen Jahr. Die Gesamtzahl der Studierenden nahm dennoch seither um rund 340 zu.

dpa