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Presserat rügt "Titanic"-Cover zum Papst

Medien Presserat rügt "Titanic"-Cover zum Papst

Der Deutsche Presserat hat dem Satiremagazin "Titanic" für das umstrittene Papst-Titelbild eine öffentliche Rüge erteilt. "Die Darstellung von Papst Benedikt XVI.als inkontinent und mit Fäkalien beschmiert, ist entwürdigend und ehrverletzend", erklärte der Presserat am Donnerstag in Berlin. 180 Leser hatten das im Juli erschienene Cover kritisiert.

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180 Leser hatten das Cover kritisiert.

Quelle: Maurizio Gambarini/Archiv

Berlin. Das Selbstkontroll-Organ sah die Ziffer 9 des Pressekodex verletzt. Diese lautet: "Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen." Zwar habe Satire die Freiheit, Kritik an gesellschaftlichen Vorgängen mit den ihr eigenen Stilmitteln wie Übertreibung und Ironie darzustellen. Die Grenze der Meinungsfreiheit sei bei diesem Fall aber überschritten.

Die Titanic zeigt sich von der Rüge des Presserates unbeeindruckt. "Wir bekommen täglich mehrere Rügen von ähnlich wichtigen Institutionen wie dem Presserat", sagte Titanic-Redakteur Tim Wolff. Die Titanic habe solche Rügen bisher auch noch nie gedruckt. "Vermutlich werden wir es nicht tun", sagte Wolff.

Der Presserat kritisierte, die Person Joseph Ratzinger werde durch die befleckte Soutane der Lächerlichkeit preisgegeben. Die öffentliche Rüge ist die schärfste Sanktion der Medienwächter.

Die "Titanic" war mit einem umstrittenen Titelbild nach den Missbrauchsfällen in der Kirche 2010 schon einmal Thema beim Presserat. Damals wurden die Beschwerden abgewiesen.

dpa

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