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Hessen Polizist wegen Körperverletzung im Amt zu Geldstrafe verurteilt
Mehr Hessen Polizist wegen Körperverletzung im Amt zu Geldstrafe verurteilt
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18:04 06.11.2014
Frankfurt/Main

Der Kommissar hatte nach Überzeugung des Gerichts den 43 Jahre alten dunkelhäutigen Mann im Oktober 2012 einen Faustschlag ins Gesicht verpasst und ihm damit an der Augenbraue eine blutende Wunde zugefügt. Zuvor hatte sich das Opfer der Personenüberprüfung widersetzt. Dem Vorfall vorausgegangen war eine Fahrscheinkontrolle in der U-Bahn, bei der die Verlobte des späteren Opfer nach Ansicht der Kontrolleure keinen gültigen Fahrschein vorzeigen konnte.

Die Anklage war noch von weiteren Schlägen und Tritten gegen das Opfer ausgegangen und hatte sieben Monate auf Bewährung gefordert. Dem Gericht reichten die Erkenntnisse aus der Beweisaufnahme dazu jedoch nicht aus. Der Richter kritisierte zudem, das Opfer habe nach dem Vorfall sehr rasch Kontakt zu Lokalzeitungen aufgenommen. "Das legt die Vermutung nahe, dass der Nebenkläger mehr aus dem Sache gemacht hat, als sie es eigentlich war."

Der Polizist hatte die Vorwürfe bestritten; sein Verteidiger Freispruch gefordert. Es wird mit einer Berufung beim Landgericht gerechnet.

Der Beamte versieht seit dem Angriff Innendienst im Polizeipräsidium. Ein eingeleitetes Disziplinarverfahren gegen ihn ruht bis das Urteil rechtskräftig ist, wie die Polizei berichtete. Polizeipräsident Gerhard Bereswill sprach nach dem Urteil von einem Einzelfall. Die Polizei sehe sich als Teil der weltoffenen und multikulturellen Stadt Frankfurt und sei für die Bürger da. An der Unparteilichkeit und Neutralität der Polizei gebe es keine Zweifel. Die Polizisten würden ständig zum Thema "Interkulturelle Kompetenz" fortgebildet, "um den Herausforderungen des täglichen Dienstes souverän begegnen zu können".

dpa