Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hessen Diebe unterwegs auf Weihnachtsmärkten
Mehr Hessen Diebe unterwegs auf Weihnachtsmärkten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:50 22.11.2018
Gedränge auf Weihnachtsmärkten gefällt auch Taschendieben. Im dichten Gewusel gelingt es ihnen leichter, in die Taschen ihrer Opfer zu greifen.  Quelle: Karolin Krämer
Marburg

Bald beginnen wieder die Weihnachtsmärkte und viele Menschen freuen sich schon darauf. Mit der Familie von Stand zu Stand bummeln,
eine Tasse Punsch mit den Kolleginnen und Kollegen trinken - für viele gehört dieser vorweihnachtliche Marktbesuch zur Adventszeit
einfach dazu.

Leider ziehen diese Menschenansammlungen auch Taschendiebe besonders an. Das unübersichtliche Gedränge zwischen
den Marktständen bietet ihnen gute Gelegenheit, unbemerkt zuzuschlagen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2017 in Deutschland insgesamt 127.376 Taschendiebstähle angezeigt, es entstand ein Schaden von 41,3 Millionen Euro.

Um den Langfingern die Diebestour zu vermasseln, helfen die Tipps der Polizeilichen Kriminalprävention. Sie sind auf der Klappkarte "Schlauer gegen Klauer" kurz zusammengefasst.

"Die Taschendiebe suchen ganz gezielt die Enge auf den Märkten. Einer lenkt dann das Opfer ab, der Zweite stiehlt die Beute und ein
Dritter nimmt das Diebesgut an sich und entschwindet damit im Gedränge", sagt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen
Kriminalprävention.

Innerhalb weniger Sekunden sind auf diese Art Brieftasche, Handy oder Kreditkarten verschwunden. Die Diebe sind meist nur schwer ausfindig zu machen, wenn sie nicht gerade auf frischer Tat ertappt werden - zumal die Opfer den Verlust häufig erst später bemerken und darum auch keinen Täter beschreiben können.

Beliebt ist auch der Drängel-Trick: Ein Dieb rückt unangenehm dicht an das Opfer heran, bis es sich ärgerlich abwendet und dadurch eine
umgehängte Tasche oder die in der Manteltasche befindliche Geldbörse quasi "griffbereit" anbietet.

Eine weitere immer wie-der erfolgreiche Masche der Diebe ist, die Kleidung des potenziellen Opfers angeblich "versehentlich" mit Ketchup, Senf oder einer Flüssigkeit zu beschmutzen, um durch den anschließenden Reinigungsversuch vom Diebstahl der Wertsachen abzulenken.

Manchmal lassen sich Taschendiebe schon am typisch suchenden Blick erkennen: Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen
eher nach der Beute wie Hand- oder Umhängetaschen.

Damit man den Bummel über den Weihnachtsmarkt unbeschwert genießen kann, gibt die Polizei folgende Tipps:

  • Nehmen Sie nur so viel Bargeld und Zahlungskarten mit, wie Sie tatsächlich benötigen.
  • Tragen Sie Geld, Zahlungskarten, Papiere und andere Wertgegenstände immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidungmöglichst dicht am Körper.
  • Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper.
  • Achten Sie gerade in einem Gedränge verstärkt auf Ihre Wertsachen. Werden Sie misstrauisch, wenn Sie plötzlich angerempelt oder "in die Zange"
  • genommen wer-den. - Wenn es doch zum Diebstahl gekommen ist und Ihnen Ihre Zahlungskarte entwendet wurde, lassen Sie diese sofort mit dem Sperrnotruf 116 116 sperren. Wenn sich Ihre Bank diesem Notruf nicht angeschlossen hat, wenden Sie sich direkt an Ihr Kreditinstitut.

Damit Ihre Debitkarte - Girocard, früher EC-Karte - auch für das elektronische Lastschriftverfahren gesperrt werden kann, für das Sie
lediglich eine Unterschrift brauchen, müssen Sie den Verlust bei der Polizei melden. Erst dann wird die Karte beim Bezahlen in Geschäften
auch im Lastschriftverfahren abgelehnt.

Weitere Informationen gibt es auf der Klappkarte "Schlauer gegen Klauer" mit Piktogrammen und allen wichtigen Telefon- und
Sperrnummern von Debit- und Kreditkarten. Die Klappkarte ist kostenlos bei jeder (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle
erhältlich oder kann unter http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/medienangebot-details/detail/23.html heruntergeladen werden.