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Politik Orientierungsstudium soll Studienabbruchquote senken
Mehr Hessen Politik Orientierungsstudium soll Studienabbruchquote senken
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17:53 05.12.2018
Boris Rhein (CDU), Wissenschaftsminister von Hessen, lächelt während einer Plenardebatte im Landtag. Quelle: Boris Roessler/Archiv
Wiesbaden

Um die Studienabbruchquote in Hessen zu senken, wird an den Universitäten in Frankfurt und Kassel der Modellversuch "Orientierungsstudium" gestartet. Frühzeitige Orientierungshilfen in der Studieneingangsphase seien wichtiger denn je, um zwischen den vielen unterschiedlichen Studienfächer eine zu den eigenen Berufswünschen passende Auswahl treffen zu können, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) am Mittwoch im Hessischen Landtag in Wiesbaden die Initiative. Mit dem Angebot könnten die Studierenden ab dem Wintersemester 2019/20 besser als bisher begleitet und damit Studienabbrüche verhindert werden.

An der Goethe-Universität Frankfurt werden nach Angaben des Ministers zwei Angebote aufgebaut, bei denen es um die Natur- und Lebenswissenschaften sowie die Geistes- und Sozialwissenschaften geht. An der Kasseler Hochschule gehe es um die Fachrichtung Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Das Ministerium habe die Konzeptionierungsphase für den Modellversuch mit knapp 200 000 Euro gefördert, sagte Rhein. Für die Pilotphase sollen die beiden Universitäten in den kommenden zwei Jahren weitere 1,69 Millionen Euro erhalten.

Wichtige Bestandteile der Angebote seien neben der fachlichen Orientierung auch der Erwerb von studienrelevanten Schlüsselkompetenzen und das Aufzeigen beruflicher Perspektiven, erklärte der Minister. Die Studierenden sollen in der Zeit die Auswahl ihres Studienfaches überprüfen und sich fachlich gegebenenfalls neu orientieren. Die erbrachten Leistungen würden im späteren Studium angerechnet. Am Ende der Orientierungsphase könnten sich die Studierenden dann für einen fachlichen Schwerpunkt entscheiden, ohne dass sie auf eine Bafög-Förderung verzichten müssen. Diese ist bereits in der Orientierungsphase möglich.

An der Universität Kassel wird ein Bachelorstudiengang "Bachelor of Science plusMINT" mit neun Schwerpunktrichtungen aufgebaut. Dieser Studiengang wird aus einer zweisemestrigen Studieneinstiegsphase und einer Regelstudienzeit von acht oder neun Semestern - abhängig vom gewählten Schwerpunkt - bestehen. Ein nahtloser Übergang in das Schwerpunktstudium soll laut Rhein gewährleistet sein, da nur zulassungsfreie Fachrichtungen berücksichtigt werden. Die neun Schwerpunktrichtungen seien: Mathematik, Informatik, Physik, Mechatronik, Elektrotechnik, Nanostrukturwissenschaften, Maschinenbau, Bauingenieurwesen und Umweltingenieurwesen.

An der Goethe-Universität Frankfurt werden zwei Angebote eines Orientierungsstudiums aufgebaut. Es wird jeweils ein Studienangebot in den Natur- und Lebenswissenschaften sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften ("Humanities") geben. Diese zwei Clusterstudiengänge sollen zulassungsbeschränkt sein und ab dem Wintersemester 2019/20 sowie dem Sommersemester 2020 angeboten werden.

"Humanities" soll nach Angaben des Wissenschaftsministers eine einsemestrige und "Natur- und Lebenswissenschaften" eine zweisemestrige Orientierungsphase mit einem jeweils sechssemestrigen fachlichen Schwerpunktstudium umfassen. Ergänzend dazu soll es Formate zur Berufsfeldorientierung sowie regelmäßige Reflektionseinheiten geben.

Die Landtagsopposition reagierte positiv auf die Initiative. Das Orientierungsstudium könne aber nur ein Baustein sein und stelle kein Allheilmittel gegen Studienabbrecher dar. Angesetzt werden müsse dafür auch in den Oberstufen der Schulen.

dpa

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