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Politik Kein Schlussstrich: Gedenktag für Shoah-Opfer in Paulskirche
Mehr Hessen Politik Kein Schlussstrich: Gedenktag für Shoah-Opfer in Paulskirche
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12:59 27.01.2019
Salomon Korn spricht auf der zentralen Holocaust-Gedenkfeier in der Paulskirche. Frank Rumpenhorst Quelle: Frank Rumpenhorst
Frankfurt/Main

"Für die Überlebenden und ihre Nachkommen gibt es keinen endgültigen Abschied von Auschwitz", sagte Salomon Korn, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, auf der zentralen hessischen Gedenkfeier. Gerade im hohen Alter der Zeitzeugen kehrten schreckliche Erinnerungen um so lebendiger zurück: "Im Alter, wenn die Tage lang werden und viel Zeit zum Erinnern lassen, taucht alles wieder auf. Taucht auf, schiebt sich an die Oberfläche, wie die menschlichen Knochenreste im Aschesand von Auschwitz."

Es dürfe weder einen Schlussstrich geben, noch dürfe die Vergangenheit relativiert werden, sagte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Es gebe wieder "kalkulierte Provokationen", die Erinnerungskultur werde in Frage gestellt. "Was Demokratie auf Dauer nicht aushält, ist Gleichgültigkeit", sagte er.

Der Präsident des Hessischen Landtags, Boris Rhein (CDU) betonte die Bedeutung der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und ihre Opfer in einer Zeit, in der Antisemitismus und Rassismus in der Gesellschaft zunehmen. "Wir müssen diese Entwicklungen genau beobachten und alles nur Erdenkliche tun, um dem entgegenzuwirken", sagte er.

"Eine neue Generation von Populisten und Rechtsradikalen lässt die letzten Hemmungen schwinden, auch und gerade in geschichtspolitischer Hinsicht", sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Der Gedanke an einen Schlussstrich unter die Geschichte sei "widersinnig".

Der 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland und seit 2005 international der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die letzten noch lebenden Häftlinge von Auschwitz-Birkenau befreit, des größten deutschen Vernichtungslagers. Allein in Auschwitz wurden mindestens 1,1 Millionen Häftlinge ermordet oder starben an Folgen von Hunger, Krankheit, Sklavenarbeit und Misshandlung. Die meisten der Opfer waren Juden.

dpa

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