Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Gewalt im idyllischen Odenwald: Zwei Kinder getötet
Mehr Hessen Panorama Gewalt im idyllischen Odenwald: Zwei Kinder getötet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:13 31.08.2018
Das Blaulicht eines Polizeiautos mit Absperrband im Vordergrund. Quelle: Daniel Karmann/Archiv
Mörlenbach

In einem Haus im idyllischen Odenwald werden die Leichen zweier Kinder gefunden - und kurz darauf ihre Eltern gerettet. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen innerhalb der Familie aus, möglicherweise einem erweiterten Suizidversuch.

Gegen 7.20 Uhr wird die Feuerwehr am Freitag zu einem Brand in das noble Wohngebiet in Bettenbach im Kreis Bergstraße gerufen. Es brennt in einem Zimmer im ersten Stock. Beim Löschen entdecken die Feuerwehrleute die toten Kinder: einen 13 Jahre alten Jungen und seine 10 Jahre alte Schwester, wie die Polizei in Darmstadt berichtet.

Die Eltern - ein Ärzteehepaar - werden kurz darauf gerettet. Sie sitzen bei laufendem Motor im Auto in einer verschlossenen Garage an dem Haus. Die 46 Jahre alte Frau und ihr 58 Jahre alter Mann kommen ins Krankenhaus, sind aber nicht in Lebensgefahr. Ursache für das Gewaltverbrechen waren ersten Ermittlungen der Polizei zufolge "massive finanzielle Probleme".

Das große, weiße Haus liegt auf einem Hügel in dem kleinen Örtchen Bettenbach mit Blick auf grüne Wiesen, Streuobstbäume, Wald und die vorgelagerte Stadt Mörlenbach mit ihren rund 10 000 Einwohnern. Das Haus habe der Familie aber nicht mehr gehört, sondern sei zwangsversteigert worden, sagt der Insolvenzverwalter des 58-Jährigen. Er steht in der Nähe des Tatorts. Die Familie habe an diesem Freitag ausziehen und ihr Haus den neuen Eigentümern um 8.00 Uhr übergeben müssen, berichtet er. 40 Minuten vorher wurde das Feuer gemeldet. Die neuen Eigentümer stehen ebenfalls in der Nähe ihres Hauses, schweigend.

Wie die Kinder starben, stand zunächst nicht fest. Auch nicht, wie es zu dem Feuer kam. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. Ob beide Eltern oder nur einer von ihnen die Täter sind, war zunächst unklar. Ob Vater und Mutter die leiblichen Eltern der getöteten Kinder sind, stand ebenfalls noch nicht fest. Die Polizei sicherte den ganzen Tag über Spuren in dem abgesperrten Haus.

"Die Familie sei mit der Situation nicht klar gekommen", sagt der Insolvenzverwalter. "Der Mann war gegen alles."

Die finanziellen Probleme des Mannes waren auch in der Nachbarschaft bekannt. Er habe ein Motorboot und teure Autos gehabt, die seien aber etwa vor einem Jahr abgeholt worden, sagte ein 75 Jahre alter Nachbar. Gut gekannt habe er die Familie aber nicht. "Die haben sich abgesondert und wollten mit niemanden Kontakt haben." Der Mann sei ein Sonderling. "Er hat immer Recht gehabt."

Eine 57 Jahre alte Frau aus dem benachbarten Mörlenbach, die in der Nachbarschaft aushilft, sagt: "Ich habe immer gedacht, in dieser Familie stimmt etwas nicht." Sie habe bei der Familie auch ein paar Mal im Garten gearbeitet, sei dann aber nicht mehr gebraucht worden. "Die Frau war immer nervös und hektisch, hatte keine gute Laune und hat so demonstrativ gelacht." Die Kinder seien aber sehr lieb gewesen, und der Junge habe sie immer sehr freundlich gegrüßt.

dpa

Nach dem S-Bahn-Tunnel sind die U- und Straßenbahnen dran: Bis Ende des Jahres sind in Frankfurt 16 Baumaßnahmen im Netz der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) geplant.

31.08.2018

Wegen des verbotenen Handels mit akademischen Titeln ist ein 49 Jahre alter Geschäftsmann am Freitag vom Landgericht Frankfurt zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

31.08.2018

Mit Ermittlungen im Darknet und zu Extremismus stehen die hessischen Staatsanwaltschaften vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Verfahren ist deutlich gestiegen - auch die des Personals.

31.08.2018