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Panorama Geschwister-Zuhälter vor Gericht: Voodoozauber gegen Opfer?
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16:43 28.08.2018
Ein Schild mit der Aufschrift "Landgericht" und "Amtsgericht" ist an der Fassade des Gerichtsgebäudes zu sehen. Foto: Arne Dedert/Archiv
Frankfurt/Main

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im vergangenen Herbst die 17 und 20 Jahre alten Frauen in ihrer westafrikanischen Heimat zu einer Reise nach Deutschland überredet und in einem Frankfurter Bordell ausgebeutet zu haben.

Den gefährlichen Weg der jungen Frauen durch die Sahara und über das Mittelmeer nach Deutschland soll das Geschwisterpaar vorfinanziert haben - angeblich ging es um 25 000 Euro pro Person. Diese Schulden sollten die beiden Frauen als Prostituierte abarbeiten. Bei einer "Voodoo"-Zeremonie in Nigeria mussten die Frauen laut Anklage Gehorsam und Arbeitswillen versprechen. Da sie keine gültigen Aufenthaltspapiere in Deutschland besaßen, soll die 27-Jährige eigene Ausweispapiere für die Arbeit der Frauen im Bordell vorgelegt haben. Sie wurden im Januar bei einer Routinekontrolle im Frankfurter Bahnhofsviertel entdeckt.

Die jüngere der beiden Frauen soll zudem vom Angeklagten entjungfert worden und schwanger geworden sein. Der Schwangerschaftsabbruch wurde laut Anklage gegen den Willen der 17-Jährigen mit Medikamenten vorgenommen.

Am ersten Verhandlungstag äußerte sich nur die 27 Jahre alte Frau zu den Vorwürfen. Dass die beiden Frauen sich in Deutschland prostituieren sollten, sei von Anfang an klar gewesen, sagte sie. "Das ist in Nigeria normal, wenn man keine Papiere hat und nicht deutsch kann", sagte sie. Die 17-jährige habe selbst den Abbruch der Schwangerschaft gewollt. Für das Verfahren sind zunächst zwei weitere Verhandlungstage im September vorgesehen. Angeklagt war auch die Freundin des 24-jährigen Mannes. Gegen sie eröffnete das Gericht das Verfahren jedoch zunächst nicht.

dpa

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