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Trockener Winter treibt Wasserversorgung auf Rekordniveau

Umwelt Trockener Winter treibt Wasserversorgung auf Rekordniveau

Damit im Rhein-Main-Gebiet überall und jederzeit Wasser aus dem Hahn kommen kann, wird in Südhessen gebaut. Dort wird kühles Nass aus dem Rhein in den Boden geleitet. Um für regenarme Jahre vorzusorgen, werden die dafür nötigen Anlagen erweitert.

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Trinkwasser läuft aus einem Wasserhahn sprudelnd in ein Glas.

Quelle: Oliver Berg/Archiv

Frankfurt/Main. Das Bevölkerungswachstum und der Klimawandel machen im Rhein-Main-Gebiet weitere Investitionen in die Wasserversorgung nötig. Das Trinkwasser für die Einwohner der boomenden Region stammt zu einem großen Teil aus dem hessischen Ried. Um den Grundwasserspiegel dort auch in trockenen Jahren stabil zu halten, wird Wasser aus dem Rhein abgezweigt, aufbereitet und in den Boden geleitet. Derzeit sind nach Auskunft des Wasserverbands Hessisches Ried (WHR) an vier Standorten in Südhessen Anlagen zur Grundwasseranreicherung in Betrieb, einer von ihnen soll nun weiter ausgebaut werden.

Nach einem extrem trockenen Winter musste vergangenes Jahr eine Rekordmenge Rheinwasser aufbereitet werden: rund 25,8 Millionen Kubikmeter. Der bisherige Rekordwert von 22,3 Millionen Kubikmeter stammt aus dem Jahr 2004, dem Jahr nach dem "Jahrhundertsommer" 2003. Insgesamt liefere der WHR Wasser für 2,2 Millionen Menschen, mit steigender Tendenz, sagte Verbandsvorsteherin Elisabeth Jreisat am Freitag in Frankfurt. Die jährlichen Kosten dafür bezifferte sie auf sieben Millionen Euro, je nach Witterung.

Die Stadt Frankfurt erhält nach Auskunft von Stadtrat Markus Frank rund 40 Prozent ihres Wassers aus dem Ried, weitere 40 Prozent aus dem Vogelsberg und den übrigen Anteil aus eigenen Brunnen. Ohne die Versorgung aus Südhessen wäre Wachstum in der Region nicht möglich, sagte der CDU-Politiker. Darmstadt versorgt sich eigenen Angaben zufolge zu 100 Prozent mit Riedwasser, Wiesbaden zu einem Drittel.

Dass seit Jahrzehnten Trinkwasser aus der Region zwischen Rhein und Odenwald ins Rhein-Main-Gebiet geleitet wird, hat Folgen für die Natur. Im Ried seien 12 000 Hektar Wald massiv gefährdet, sagte der Landesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW), Christoph von Eisenhart. Der Grundwasserspiegel sei nach wie vor zu gering, so dass die Baumwurzeln nicht heran kämen. Nötig seien weitere Investitionen, damit neben den Einwohnern auch die Bäume ausreichend versorgt werden könnten, ohne dass es andernorts zu Problemen mit einem zu hohen Grundwasserspiegel komme.

dpa

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