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Panorama Programm in Bad Hersfeld: "Der Prozess" und "Funny Girl"
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13:36 05.11.2018
Intendant Joern Hinkel bei der Vorstellung des Programms der 69. Bad Hersfelder Festspiele. Quelle: Swen Pförtner
Bad Hersfeld

Mit Franz Kafkas Klassiker "Der Prozess" und dem Musical "Funny Girl" stehen zwei erstmals bei den Bad Hersfelder Festspielen gezeigte Stücke auf dem Programm für 2019. Intendant Joern Hinkel präsentierte am Montag die beiden Neuinszenierungen als Teil des Spielplans für den nächsten Sommer. Daneben werden das Stück "Shakespeare in Love" und das Musical "Hair" aus der Saison 2018 wegen des großen Erfolgs erneut aufgeführt. Im Rahmenprogramm wird die Sängerin Annett Louisan ein Konzert geben (29. Juli).

Eröffnet werden die Festspiele am 5. Juli mit dem Theaterstück "Der Prozess". Intendant Hinkel wird die von ihm bearbeitete Bühnenfassung auf der großen Freilichtbühne in der Stiftsruine inszenieren. Kafkas Prozess sei einer der ersten Psychothriller der Weltliteratur. Die Vorlage sprühe vor komischen, absurden Situationen und sei eine Hymne an die Fantasie, beschrieb er.

Zur Wahl der beiden Neuinszenierungen erklärte Hinkel: "Es ist wichtig, Stoffe auf die Bühne zu bringen, die nicht in jedem zweiten Theater gespielt werden. Wir wollen den Zuschauern etwas Besonderes bieten." Kafkas Vorlage sei zwar anspruchsvoll. "Aber ich möchte das Stück mit humorvoller und leichter Hand inszenieren."

Zum Musical "Funny Girl", das durch die Verfilmung mit Barbra Streisand und Omar Sharif bekannt ist, sagte Hinkel: "Es ist die große Liebesgeschichte zweier Spieler." Inszeniert wird es in Bad Hersfeld von Stefan Huber, der zuletzt "Titanic" eindrucksvoll auf die Festspielbühne brachte. Hinkel versprach, es werde eine berührende Story mit bissigem Humor und mitreißenden Songs wie "People" zu sehen geben.

Auf das Programm soll auch noch ein Familienstück kommen und eine Inszenierung auf der Nebenbühne in Schloss Eichhof. Die Festspiele gehen im nächsten Jahr bis zum 1. September.

Für Unruhe sorgt unterdessen die Nachricht aus der Stadtverwaltung, dass den Festspielen nach der im September beendeten Saison wieder ein Finanzdefizit droht, diesmal möglicherweise rund 400 000 Euro. Aber noch sei die Saison nicht komplett abgerechnet. Die Schlussbilanz werde im Frühjahr vorliegen, sagte Hinkel. Der Etat lag zuletzt bei rund acht Millionen Euro.

400 000 Euro seien es aber auch nur im schlimmsten Fall. Es werde voraussichtlich weniger sein, erklärte Stadtsprecher Meik Ebert. Die Festspielleitung hatte die abgelaufene Saison noch vor wenigen Wochen in einer vorläufigen Bilanz als künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreich dargestellt. Die Einbußen müssten analysiert und in Zukunft abgestellt werden, sagte Hinkel. Er gab aber auch zu bedenken, dass bei der Planung für 2018 noch von einem anderen Programm mit anderen Rahmenbedingungen ausgegangen wurde. Doch das alles änderte sich mit dem Rücktritt von Intendant Dieter Wedel.

Hinkel kritisierte bei der Programm-Vorstellung auch die mangelnden Möglichkeiten in Bad Hersfeld, die Festspiel-Saisons langfristig planen zu können. Denn die Kommunalpolitiker üben über den städtischen Regiebetrieb Kontrolle aus und wollen Jahr für Jahr über die Ausgaben und deren Verwendung mitbestimmen. Mit den kurzfristigen Planungszyklen könne man aber keine heiß begehrten und schnell ausgebuchten Regisseure und Schauspieler nach Bad Hersfeld lotsen. Die Stadtpolitiker hatten sich vor kurzem gegen die Gründung einer Festspiel-GmbH mit einer flexibleren Verwaltungsform ausgesprochen. Hinkel hatte diese politische Entscheidung scharf kritisiert.

dpa

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