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Panorama Vermisstes syrisches Mädchen tot: Vater unter Tatverdacht
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17:56 19.12.2018
ILLUSTRATION - Polizisten durchsuchen neben einem Weg das Gelände nach Spuren. Foto: Karl-Josef Kildenbrand/Archiv
Aschaffenburg

Bei dem in einem Wald bei Aschaffenburg gefundenen menschlichen Skelett handelt es sich um die sterblichen Überreste eines seit 2017 vermissten syrischen Mädchens. Das habe die rechtsmedizinische Untersuchung der Knochen zweifelsfrei ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Aschaffenburg am Mittwoch mit. Das 16 Jahre alte Flüchtlingskind war Anfang Mai 2017 als vermisst gemeldet worden. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus und hält den 44 Jahre alten Vater des Mädchens für dringend tatverdächtig.

Nach ihm wird bereits seit Anfang Juni 2017 in anderer Sache gefahndet - mit einem internationalen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Der Grund dafür: Wenige Wochen nach dem Verschwinden seiner Tochter soll er sich mit deren 23 Jahre altem Freund am Aschaffenburger Floßhafen getroffen, den jungen Mann mit einer Stichwaffe angegriffen und ihn am Hals schwer verletzt haben. Der Vater des Mädchens ist seitdem auf der Flucht. Nach ihm wird nun wegen eines versuchten und eines vollendeten Tötungsdelikts gesucht.

Spaziergänger hatten das Skelett vor eineinhalb Wochen in einem Wald abseits des Weges in der Nähe des Findberges bei Haibach (Landkreis Aschaffenburg) entdeckt und sofort die Polizei alarmiert. Am vergangenen Montag hatten mehr als 100 Einsatzkräfte der Bundespolizei Würzburg das Gelände rund um den Fundort mit Stöberstöcken abgesucht. Nähere Angaben zu der Aktion und zum weiteren Obduktionsergebnis könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden, hieß es.

Das Mädchen aus dem Landkreis Aschaffenburg war am 4. Mai 2017 von Verwandten als vermisst gemeldet worden, nachdem es von der Berufsschule nicht nach Hause gekommen war. Vergeblich hatte die Kripo unter anderem mit Flugblättern an der Berufsschule nach der 16-Jährigen gefahndet. Mehrere große Suchaktionen auch mit einem Polizeihubschrauber und mit Tauchern im Bereich der Aschaffenburger Ebertbrücke blieben ohne Ergebnis.

Inwiefern das Treffen des Vaters mit dem Freund der Tochter etwas mit deren Verschwinden zu tun hat, sei weiterhin Gegenstand der Ermittlungen, hieß es. Diese würden von der zehnköpfigen Ermittlungskommission "Rucksack" geführt. Die Beamten hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Darüber hinaus bestehe gegen den Vater auch noch ein früherer internationaler Haftbefehl, so die Ermittler. Dabei gehe es um die Vollstreckung einer rechtskräftigen Haftstrafe von neun Monaten, die das Amtsgericht Aschaffenburg am 17. Mai 2017 gegen ihn verhängt habe. Das Gericht habe ihn schuldig gesprochen, seine Tochter im Mai und Juni 2016 geschlagen und ihr dabei Blutergüsse zugefügt und in einem dieser Fälle sie auch bedroht zu haben.

dpa

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